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Schlagwort: Film der Hobbit

Tauriel und Kili. Der Runenstein

Aus dem Hobbit habe ich fünf statt drei Teile gezaubert, denn es gibt sehr viel Schmuckes darüber zu erzählen. Heute geht es um den Runenstein, wie du weißt, beschäftige ich mich zusätzlich mit der Welt der Edelsteine und Minerale. Die ausgeprägte Bartmode der Zwerge und ihr kostbarer Arkenstein wurden bereits in den vorherigen Artikeln besprochen. Heute soll es um den Runenstein und die Liebesgeschichte zwischen Tauriel, der Elbin, und Kili, dem Zwerg, gehen.

Aber sehen wir uns Tauriel einmal genauer an, denn schließlich ist sie eine der wenigen weiblichen Protagonistinnen in der Hobbit.

 

Wie viele weibliche Fantasyfiguren, als Hauptdarstellerin, hast du im Film “der Hobbit” gesehen?

Ich sage es dir: Es sind genau ZWEI!

  1. Galadriel, die Elbenkönigin
  2. Tauriel, die Waldelbin

 

Wie viele männliche Fantasywesen sind als Protagonist im Film zu finden, ob Elb, Mensch, Ork, Goblin oder Zwerg? Da kann man gar nicht mitzählen! Thorin und die ganzen Zwerge, Bilbo, Thranduil, Legolas, Gandalf, Azog und Bolg, die Trolle und Goblins, ach ja und der Mensch, der den vernichtenden Pfeil auf Smaug den Drachen abfeuert.

Wäre “der Hobbit” ein Unternehmen, und sind wir ehrlich, hinter dem Film steht ein Konzern, dann sieht es unglaublich schlecht aus mit der Gleichberechtigung. Frauenquote wo denn?  Eine einzige Frau als Aushängeschild für eine Firma! Was für eine traurige Bilanz im Jahr 2019.

In den Unternehmensvorstand hat es nur die Elbenkönigin, Galadriel geschafft.  Hier nicht durch Arbeit und Talent, sondern ihre adelige Abstammung, wie übrigens bei allen Elben, hat ihr die Position verschafft. Tauriel, die Waldelbin, ist das fleißige Bürobienchen, das ihrem Chef Thranduil Kaffee kochen darf.

 

Ohhh die Liebe, Liebe, Lieeeeebe!

Für den Film erfüllt Tauriel eine bedeutende Funktion. Du, als Zuseher, sollst noch tiefer, also emotional, in die Handlung eingebunden werden.

Die Figur Tauriel macht eine Liebesgeschichte im Hobbit erst möglich, denn mit homosexuellen Romanzen hat es die Hollywoodfilmproduktion nicht sehr, da sieht das Ergebnis bis heute noch immer mikrig aus. Im literarischen Original von J.R.R. Tolkien gibt es Tauriel übrigens nicht. Sie ist eine Erfindung des Drehbuchautors. Neben Angst und abstoßenden Gefühlen, welche die Orks bei dir auslösen, soll die Liebesgeschichte zwischen Kili und Tauriel, die Liebe und Romantik in dir wecken. Für zahlreiche Frauen wird Tauriel eine Identifikationsfigur und zugleich Objekt der Begierde für Männer als wohl auch einige Frauen.

Von klein auf sehen wir uns Verhaltensweisen von anderen ab. Logisch, so passen wir uns unserem sozialen Umfeld, der Gesellschaft in der wir leben an.

Wenn wir einen Film betrachten, wird der Film in diesem Moment zu unserem Hier und Jetzt.  Der Regisseur möchte, dass du dich mit dem Protagonisten, ob Elbe, Elbin, Hobbit oder Zwerg emotional verbindest und dich in die Figur hineinversetzt.

 

Kili und Tauriel, der Runenstein

Der Runenstein ist das Bindeglied und Symbol der Liebe zwischen Tauriel und Kili.  Er ist Hilfsmittel für den Zwergenmann um ins Gespräch mit Tauriel zu kommen.

Kurz zurück in der Handlung, wie kommt es das Kili und Tauriel überhaupt zusammentreffen?

Kilis Anmachspruch und Me Too

  • Kili und seine Zwergenkumpel wurden von den Waldelben des Düsterwalds vor den Riesenspinnen gerettet, dann ihrer Schätze beraubt, und in einen Kerker gesperrt. Tauriel rettet Kili das Leben. Sie ist die Oberbefehlshaberin der Waldelben. Sie schließt Kili in die Zelle ein. Dabei lässt Kili einen blöden Spruch ab, “warum durchsucht du mich nicht, möglicherweise habe ich etwas in der Hose”. Sie antwortet keck darauf “oder nichts”. Tja, und da wundern sich viele Männer wie es zur MeToo Debatte kommt.

 

  • Kili ist ein “wirklich gutes Vorbild” für so manchen Mann. Denn eine Anspielung wie diese wird von zahlreichen Männern als Kompliment verstanden, nicht als sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, die sie aber eindeutig ist. Kili hat sexuelles Interesse an Tauriel und bereits im Hintergrund steht der Rivale Legolas, der das erste Mal in seinem Leben Konkurrenzdruck um Tauriel verspürt und dadurch überhaupt erst ein Interesse an ihr entwickelt.  (Prototyp Beziehungsmuster- kommt es dir bekannt vor;))

 

Der Runenstein als emotionaler Brückenbauer

  • Etwas später sieht Tauriel nach dem Rechten und wie Kili mit seinem Handschmeichler spielt. Der flach- ovale Stein wird wirklich so genannt;). Es ist ein Labradorit mit groß eingeritzten Runenzeichen. Sie fragt ihn, welche Bedeutung der Stein hat. Kili versucht sie zuerst zu beeindrucken und ein wenig Furcht einzujagen. Er sagt es wäre ein Glücksbringer, aber nur für ihn, und jeder andere der versucht die Runen zu lesen wäre für immer verflucht.

 

Als Tauriel sich wegdreht checkt Kili, dass er auf das emotionale Pferd setzen muss, damit er sie an die Angel bekommt. Er zeigt Gefühle und erzählt, der Stein wäre ein Andenken, dass er von seiner Mutter bekommen hat. Ein Versprechen ist daran gebunden, dass er wieder zu ihr nachhause kommt. Das emotionale Eis ist mit Hilfe des Steins gebrochen, und auch Tauriel beginnt sich gefühlsmäßig zu öffnen.

 

Der Nerd und der Star

Kili der Zwerg schwärmt für das Volk der Elben, die er nur aus Erzählungen kennt. Dann sieht er das zuvor mythische Wesen, Tauriel und schon ist es um ihn geschehen. Sie als Lebensgefährtin zu bekommen wäre für ihn der absolute Jackpot. Eine Trophäe, ein Schmuckstück, das ihm zu einem großen Mann unter den Zwergen machen würde.

Kili ist der Nerd, der den Hollywoodstar abschleppt. Er gehört der falschen Sippe an, ist weder reich und bringt auch keine großen männlichen Attribute mit sich, außer die, ein großes Ego. Und die Taktik geht im Film auf, aber eben, im Film. Die Frustration ist bei manchen Mann groß, wenn es in real nicht so einfach klappt wie es Kili vorzeigt. Da wird die zuerst angebetete Elbin, schnell zu einer Zwergenfrau degradiert.

In “der Hobbit”, ist es für Kili ein leichtes Spiel Tauriel zu erobern. Er bekommt ihr Herz, sie den Runenstein.

Natürlich auch sein Herz, aber der Runenstein, soll Tauriel nochmal dazu bringen über ein gemeinsames Leben nachzudenken.

Der Tod und die Liebe

Tauriel strahlt Freiheit und Unabhängigkeit aus. Im Kampf ist sie den Männern ebenbürtig. Das Leben in der Natur, die Anbetung des Mondlichts und der Sterne, dazu noch ewige Jugend und Schönheit. Würde sie eine Beziehung mit Kili eingehen, müsste sie alles, aber wirklich alles,  hinter sich lassen.

  • sie wäre von ihrer Sippe verstoßen
  • würde ihre “Unabhängigkeit” verlieren (die keine ist, Erklärung folgt gleich)
  • und ihre Arbeitsstelle (die ihr zumindest teilweise Unabhängigkeit verschafft)

 

Tauriel ist alles andere als frei, sie ist die Leibeigene von Thranduil. Wenn er es möchte, entscheidet er über Leben oder Tod. Sie hat keine Möglichkeit gesellschaftlich aufzusteigen, wie es ihr Thranduil in einem Vieraugengespräch versichert. Als er andeutet, dass Legolas, sein Sohn, ein Interesse- nach Jahrhunderten!- an ihr entwickelt hat, soll sie ihm keine Hoffnungen machen, da er einer Verbindung wie dieser niemals zustimmen würde.

 

  • Als Tauriel sich seinen Anordnungen widersetzt und Thranduil auch noch der Feigheit bezichtigt ist ihr Kopf nur mehr eine Haaresbreite davon entfernt auf dem Boden zu kullern. Nicht einmal Gefühle die Tauriel hat, lässt er als echt und wahr gelten.

 

Das nennt man Patria Potestas! = väterliche Gewalt, wie sie in Rom lange Zeit gegenüber Frauen praktiziert wurde.  Das männliche Oberhaupt hatte die absolute Verfügungsgewalt über seine Bediensteten, Frauen und Kinder. Er entschied über Leben und Tod, wen es galt zu ehelichen oder auch nicht.

Tauriels Entscheidung

Tauriel steht vor der Wahl weiterhin unter der Fuchtel von Thranduil zu bleiben, oder alles aufgeben zu müssen und Kili zu folgen. Es erinnert an eine Teenager- Liebesgeschichte, wenn ein junges Mädchen mit ihrem Lover durchbrennt.

Kili hat nichts zu verlieren. Seine Zwergenkumpel haben keine Ressentiments gegenüber Tauriel, im Gegenteil. Sie ist der Schmuck – die Trophäe, die Kili mit nachhause bringen würde, zu seiner Mutter!!!

 

Tauriel verliert also alles, ihre Familie, ihr gesellschaftliche und berufliche Position. Das erinnert an ein Konzept der Ehe, wie es viele Jahrhunderte in unseren gesellschaftlichen Breiten praktiziert wurde und in vielen Kulturen immer noch Standard ist.

Wir bekommen dieses Konzept in “der Hobbit” vorgezeigt.  Wir sehen es als selbstverständlich und völlig normal an, wenn eine Frau akzeptiert alles zu verlieren, wenn sie sich für die Liebe entscheidet. Denn die Liebe ist die “Belohnung”, wenn man alles hinter sich lässt. Geht alles glatt dann wunderbar, wenn nicht, dann Pech gehabt. 

 

Drehen wir die Position einfach einmal um. Was hat Kili zu verlieren und muss er irgendetwas entbehren, wenn er eine Beziehung mit Tauriel eingeht?

 

Kilis Tod und der Runenstein

Zu einer echten Beziehung kommt es nicht im Film, Kili stirbt und wird zu einem Helden. Wenn die Dinge kompliziert werden, kann der Tod im Film ganz schön praktisch sein. Bei dem Versuch Tauriel, vor Bolg dem Ork, zu retten, scheitert er und Tauriel entgeht nur knapp dem Tod. Legolas tritt an Kilis Stelle und bringt Bolg zur Strecke.

Elben untereinander haben es nicht so mit Gefühlen, sie sind die Mister Spoks des Waldes. Als Tauriel merkt wie schmerzhaft der Verlust ist, wird ihr auch von Thranduil ihrem Patria, wahre Liebe attestiert. Tauriel gibt dem toten Kili den Runenstein zurück und klammert sich glücklich an die Erinnerung richtig geliebt zu haben.

 

Der Runenstein ist zu einem Symbol ihrer Liebe geworden. Indem Tauriel dem toten Kili den Stein in die Hände drückt, nimmt sie Abschied von ihm, und schenkt ihm zugleich ihr Herz.

 

Die Bedeutung des Runensteins

  1. er ist Brückenbauer zu Tauriel
  2. ein Angebot von Kili mit ihr zu gehen
  3. ein Zeichen der Liebe und Versprechen
  4. ein Zeichen des Abschieds

 

Die Bedeutung der schmucken Tauriel 

Bewusst vom Drehbuchautor und Regisseur inszeniert.  

1. Liebesgeschichte

2. emotionale Verknüpfung

3. Identifikationsfigur

so wie ich hoffe unbewusst:

4. vermittelt kulturelle Konzepte

 

Die Filme sind sooo schön!!!

Aber klar doch! Und es ist auch völlig in Ordnung Spaß daran zu haben sich die Filme anzusehen, ich mache das ja auch:)  Handlungsspielräume der Protagonisten umzugestalten und alte Charakterzuschreibungen, als auch kulturelle Vorstellungen zu überdenken, ist die Aufgabe der Regisseure und Drehbuchautoren. Sie hinken der Zeit nach und tradieren alte Vorstellungen, die mit unserer (westlichen) Lebensrealität nicht mehr viel und hoffentlich immer weniger zu tun haben. Mit den immer wiederkehrenden Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit wird ein Rückschritt Rückschritt befeuert. Es gibt natürlich Menschen die sich eine absolutistische Monarchie und große Schlachten wünschen. Auch das die Welt wieder einfacher wird und die Geschlechterrollen wieder klar definiert werden. Aber veraltete Konzepte die,  auf Unterdrückung Anderer, und Verleumdung seines Selbst beruht, sollten unbedingt überdacht werden und Konsequenzen aus den Erkenntnissen gezogen werden.  

 

Das nächste Mal wirst du wieder mehr über Edelsteine erfahren, wir sehen uns den Mondstein genauer an.

 

 

 

Filmtrilogie:

Peter Jackson. Der Hobbit: Smaugs Einöde (2013 NZ, USA)

TC:0:41:49

Peter Jackson. Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere(2014 NZ, USA)

TC: 0:14:05; TC:0:15:15

Der Hobbit. Schmucknarben der Orks

Es gibt keinen einzigen Elben mit fehlendem Bein oder Auge. Ist dir das schon mal aufgefallen? Sie haben auch keine Narben, oder lächeln dir mit grindigen Zähnen entgegen. Oder, ein adipöser Elbe, stell dir das mal vor!!!

Was sagt uns das über Hollywoodfilme?

Noch spannender! Was sagt das über uns, als Zuseher aus?

Welches Menschenbild sehen wir tagtäglich?

Falls du dich erst auf die Trilogie von Peter Jackson einstimmen möchtest, oder die Filme noch nicht kennst, findest du hier eine Kurzzusammenfassung inklusive Trailer.

Es brennt mir schon lange unter den Fingerkuppen diesen Artikel zu schreiben, denn ich möchte erklären, wie wichtig es ist, über Filme, die wir uns zur Unterhaltung reinziehen, ein bisschen nachzudenken. Was sehen wir da eigentlich?

So schön die Verfilmungen von Herr der Ringe und der Hobbit sein mögen, bedienen sie sich doch Stereotypisierungen, also Vorlagen, die uns bestimmte Informationen übermitteln. Diese Vorlagen ermöglichen es uns, die Handlung, und die Personen im Film, einzuordnen und zu verstehen.

Das Problem daran, diese gezeigten Stereotype, haben Einfluss auf uns. Auch wenn es uns nicht bewusst ist, prägen sich in uns unterbewusst diese Bilder und Vorstellungen ein.

Vorstellungen, wie jemand zu sein hat.

Vorstellungen wie jemand auszusehen hat.

Und nicht nur das, wir schreiben diesen Menschenbildern auch Eigenschaften zu- positive oder negative.  Wir bekommen immer wieder die gleichen Stereotype gezeigt, und weil es sich in Filmen ständig wiederholt, merken wir es uns, ob wir wollen oder nicht. Durch Wiederholung lernen wir schließlich am besten.

Wie sieht der Klassenbeste aus im Film? Er trägt eine Brille.

Wie sieht der Komiker, oder Lachnummer meistens aus- er oder sie ist dick und ungeschickt. Solche Bilder findest du auch in Herr der Ringe, und der Hobbit, und das nicht zu knapp.

In den Filmen werden einige dieser negativen oder positiven Zuschreibungen, sehr klar dar gestellt. Gut und Böse wird mit Schmuck, worunter ich Haar-, Augenfarbe, Narben, und Kostüm verstehe, unterschieden. Es ist eine Welt in Schwarz und Weiß, die abgebildet wird. Gut oder böse, schön oder hässlich, beeinträchtigt oder gesund.

Schauen wir uns mal die Orks  genauer an

Alles was bei dir und mir Urängste auslöst, ist in einen Ork gepackt. Dabei spielt die Darstellung von Behinderung eine wichtige Rolle. Denn, Behinderung macht Angst!

Ein weiterer Trigger, der bewusst filmisch eingesetzt wird:  Urvölker und ihre kulturellen Praktiken. Die bei uns geschürten Ängste sind noch nicht das eigentliche Problem, sondern die Verknüpfungen die in unseren Köpfen, durch die gelieferten Bilder entstehen.   – So werden Vorurteile gebildet –

Welche Eigenschaften schreibst du einem Ork zu?

Was ich sehe:

  • böse
  • grausam gegenüber sich selbst und anderen
  • kriegerisch
  • hinterhältig
  • manchmal feige
  • hässlich
  • ungepflegt

Wie werden uns die Eigenschaften der Orks gezeigt? 

    1.mit Behinderung und Krankheit

  • fehlende Gliedmaßen
  • Lymphödem, Geschwüre
  • trübes oder fehlendes Auge, Blindheit
  • zertrümmerter, genieteter Schädel
  • überdimensionaler Körperbau
  • schlechte Zähne

    2. mit Schmerzen und Gewalt.  Praktiken die auf Naturvölker hindeuten

  • Tiefe Narben im Gesicht und Körper (Skarifizierung)
  • Metall genietete Verletzungen
  • eingewachsene Panzerplatten am Körper und Gesicht
  • Waffen aus Metall, durch amputierte Gliedmaßen gesteckt
  • Sprache nur mit Übersetzung und Untertitel-, a la Apocalypto
  • tragen von Trophäen am Körper
  • dunkle Haut oder, extrem bleich

3. mit Ähnlichkeit von Tieren:

  • animalische Gesichtszüge und Kostüm. (Raubkatze, Dinosaurier, Echsen, Schwein)
  • Reißzähne, spitze Zähne
  • überdimensionaler Körperbau

Azog und Bolg. Behinderung und Ritual

Hier habe ich einen Ausschnitt, aus “der Hobbit” für dich, damit du dich wieder erinnerst. Der Oberbefehlshaber der Orks, Azog, ist über die erhaltenen Nachrichten eines Untergebenen nicht zufrieden und wirft ihn den dämonischen Hunden zum Fraße vor.

  • Die Schmucknarben der Orks. Azog, das Narbengesicht

Azog ist von tiefen Narben in Gesicht – und Oberkörper gezeichnet. Die Narben sind symmetrisch, daher sind es bewusst zugefügte Verletzungen, mit Bedeutung. Man sagt auch Schmucknarben dazu, oder Skarifzierung.

Skarifizierung ist eine Form von Körpermodifikation, die bei Naturvölkern vorkommen kann.

Insbesondere einige afrikanische Stämme, verwendeten diese Schmuckform, um sich von anderen Gruppen abzugrenzen, aber auch zur Verschönerung, und als Initiationsritus heiratsfähiger Mädchen. Weitere Schmucknarben konnten im Laufe der Zeit zugefügt werden. Man hielt mit den Narben – besondere Einschnitte im Leben -, im wahrsten Sinne des Wortes, fest.

Nicht nur das Zufügen der Schmucknarben ist sehr schmerzhaft, auch der erwünschte, und immer wieder gestörte Heilungsprozess. Nur so, können tiefe, wulstige Narben entstehen.

Die Brutalität der Narben, soll die Grausamkeit der Orks  gegenüber ihren eigenen Leuten, und sich selbst, zeigen. Gesichtsnarben bei Männern, wirken zudem männlicher und strahlen Gesundheit und Tapferkeit aus. Darüber gibt es wirklich Studien. Um diesen “männlichen”  Eindruck zu verstärken, wird Azog als überdimensionaler Bodybuilder gezeigt. Zu den Narben gesellen sich animalische Gesichtszüge. Azog wirkt wie eine Raubkatze in Angriffsposition. Flache Nase, Reißzähne und Gesichtsform verstärken den Eindruck.

  • Azogs Behinderung

Ein Arm von Azog ist abgetrennt. Es handelt sich um eine Kriegsverletzung die ihm in einer früheren Schlacht zugefügt wurde. Eine grausame Prothese ragt aus seinem Armstumpf. Es ist eine einfach konstruierte Metallklaue, die durch seinen Unterarm, bis zur Höhe des Ellbogens, durchgebohrt wurde. Als Azog in die Schlacht zieht, befindet sich anstelle der Klaue ein überdimensionaler Säbel. Alleine die Vorstellung, die Prothese zu ersetzen ist wirklich schaurig.

Neben sadistischen Charakterzügen, drückt die Anbringung der Waffe auch masochistisches Verhalten aus. Selbst zugefügte Schmerzen gehören zu seiner Kultur und seinem Leben, wie Menschenfleisch.

Fakt ist:

Azog gehört zur Gruppe der – Orks mit Beeinträchtigung – und nicht nur er alleine, auch Bolg. Bolg ist der Rang niedere “Offizier” und auch er wird mit schweren Kriegsverletzungen gezeigt.  Sein Schädel wird mit genieteten Metallblech zusammengehalten. Zusätzlich hat er ein trübes Auge und ist halbseitig blind.

Das heißt:

Boshafte und negative Persönlichkeiten werden mit Behinderung, oder Krankheit gezeigt. Es sind Monster mit Behinderung.

Bolg trägt übrigens noch zahlreiche Trophäen an seinem Körper. Am Rücken sind Bärenklauen auf den Schulterblättern und an einem Oberarm ein menschlicher Totenschädel befestigt. In späteren Aufnahmen, hat er zusätzlich einen Totenschädel im Schritt- also ein ganz besonderer Genitalschutz;)- und an beiden Beinen baumeln weitere Schädel.  Auch hier wird die Vorstellung der Trophäensammlung ,eine früherer Praktik mancher Naturvölker, bedient.

Neben Behinderung wird auch Krankheit alleine der “bösen Seite” zugeschrieben. Sie dir die Goblins und die Trolle genauer an!

Irgendwie ist der Goblinkönig eine Lachnummer – stark adipös

er wirkt abstoßend – Geschwüre und ungepflegtes Äußeres

und natürlich Böse – die Zwerge sind die nächste Mahlzeit.

Es sind nicht nur die Protagonisten unter den Bösewichten die mit diesen Merkmalen ausgestattet werden, sondern auch in kleinen Szenen finden sich immer wieder negative Anspielungen, in Zusammenhang mit Behinderung, oder Krankheit.

Böse Charaktere werden mit Behinderung dargestellt.

Spion und Meuchelmörder, dargestellt mit blindem Auge

Die Elben blond und blauäugig = gut und schön?

In Herr der Ringe und der Hobbit. Ja.

Die Elben sind schlank und rank, gelenkig, wendig  und sie besitzen gepflegte lange Haare und weiße Haut. Sie sind die Robin Hoods des Waldes und immer perfekt gestylt.

Die höchste “Rasse”  unter den Elben, ist blond und blauäugig. Galadriel als auch Thranduil stehen als Beispiel dafür.

Elrond ist lediglich ein Halbelbe. Seine Haare sind dunkelbraun, wie die seiner Tochter Arwen, bei ihr hat sich der Mensch genetisch durchgesetzt.

Die gesellschaftliche Rangordnung der Elben wird bereits mit der Haarfarbe definiert.

Zusammengefasst:

  • Waldelben und Untergebene Thranduils sind rothaarig,
  • Halbelben sind brünett
  • der Adel blond

Legolas, der Sohn von Thranduil, besitzt wie sein Vater blonde lange Haare. Was viele  Fans etwas verwirrte, seine Augenfarbe wechselt zwischen den Filmteilen hin und her, -einmal braun, dann wieder blau. Die Ausstatter vergaßen lediglich, auf die Kontaktlinsen von Orlando Bloom (Legolas), der in real braune Augen hat. Die gesellschaftliche Hierarchie ist mit Augen- und Haarfarbe bewusst in der Hobbbit festgelegt worden.

Hier eine Szene aus Herr der Ringe. Die blauen Augen, die du im Video siehst, machen schon richtig schwindelig. Ab Sekunde 40 geht das ” blue eye” Spektakel los und es liegt nicht an der Beleuchtung. Boromir der auch blaue Augen besitzt, kann den Blick von Galadriel nicht standhalten. Blaue Augen stehen in dieser Szene für Ehrlichkeit und Reinheit, aber auch für “das sehende Auge”. Der Blick in die Zukunft.

Und was ist jetzt mit den Zwergen und den Hobbits, die sind doch kleinwüchsig?

In real sieht sehen viele kleinwüchsige Menschen anders aus, meistens kommt es zu Deformierungen der Knochen und Mobilitätseinschränkung. Sehr wenige sind einfach nur von Kleinwuchs betroffen. Den Zwergen im Film fehlt nichts, es sind kleine perfekte Männer, – eben bloß-, in Miniatur. Sie können sogar eine Elbenfrau erobern, wie die eingeflochtene Liebesbeziehung zwischen Kili dem Zwerg und Tauriel der Waldelbin zeigt.  Und die Hobbits, erinnern ein wenig an unschuldige Kinder. Die Gliedmaße sind gerade gewachsen, egal ob dick oder dünn, sie rennen wie der Blitz, und sind beweglich wie der Wind. Die Zwerge und Hobbits sind ein kleiner Lichtblick, aber eben nur, ein kleiner. Und ja, auch hier finden sich Zuschreibungen, die vermutlich viele kleinwüchsige Menschen, als Beleidigung empfinden. Denn wie bekommt man den Stempel, ewig als Kind wahrgenommen zu werden, wieder los?

Natürlich hat Peter Jackson und sein Team, die Charaktervorlagen für Hollywoodfilme nicht erfunden, Behinderung und Bösewichte miteinander zu verbinden, hat lange Tradition in der Traumfabrik. Wir sind diese Welt, die in gut und böse, schwarz und weiß aufgeteilt wird, so gewohnt, dass es schwierig ist, ohne sie eine Geschichte zu erzählen, die von uns, dem Publikum, verstanden wird. Aber es ist nicht unmöglich! Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Jeden Regisseur sollte es reizen, diese Herausforderung anzunehmen.

Schon gehört? Eine “Herr der Ringe” Serie ist geplant;)  ich bin schon gespannt, welchen Schmuck es dort zu entdecken gibt. Es wird nicht weniger werden, welch Glück für mich:)

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Filmtrilogie:

Peter Jackson. Der Hobbit: Eine unerwartete Reise (2012 NZ, USA)

TC:1:29:28; TC:0:02:15

Peter Jackson. Der Hobbit: Smaugs Einöde (2013 NZ, USA)

TC:0:25:31

Peter Jackson. Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere(2014 NZ, USA)

TC:0:25:07; TC:1:45:18