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Schlagwort: Der Hobbit

Der Hobbit. Schmucknarben der Orks

Es gibt keinen einzigen Elben mit fehlendem Bein oder Auge. Ist dir das schon mal aufgefallen? Sie haben auch keine Narben, oder lächeln dir mit grindigen Zähnen entgegen. Oder, ein adipöser Elbe, stell dir das mal vor!!!

Was sagt uns das über Hollywoodfilme?

Noch spannender! Was sagt das über uns, als Zuseher aus?

Welches Menschenbild sehen wir tagtäglich?

Falls du dich erst auf die Trilogie von Peter Jackson einstimmen möchtest, oder die Filme noch nicht kennst, findest du hier eine Kurzzusammenfassung inklusive Trailer.

Es brennt mir schon lange unter den Fingerkuppen diesen Artikel zu schreiben, denn ich möchte erklären, wie wichtig es ist, über Filme, die wir uns zur Unterhaltung reinziehen, ein bisschen nachzudenken. Was sehen wir da eigentlich?

So schön die Verfilmungen von Herr der Ringe und der Hobbit sein mögen, bedienen sie sich doch Stereotypisierungen, also Vorlagen, die uns bestimmte Informationen übermitteln. Diese Vorlagen ermöglichen es uns, die Handlung, und die Personen im Film, einzuordnen und zu verstehen.

Das Problem daran, diese gezeigten Stereotype, haben Einfluss auf uns. Auch wenn es uns nicht bewusst ist, prägen sich in uns unterbewusst diese Bilder und Vorstellungen ein.

Vorstellungen, wie jemand zu sein hat.

Vorstellungen wie jemand auszusehen hat.

Und nicht nur das, wir schreiben diesen Menschenbildern auch Eigenschaften zu- positive oder negative.  Wir bekommen immer wieder die gleichen Stereotype gezeigt, und weil es sich in Filmen ständig wiederholt, merken wir es uns, ob wir wollen oder nicht. Durch Wiederholung lernen wir schließlich am besten.

Wie sieht der Klassenbeste aus im Film? Er trägt eine Brille.

Wie sieht der Komiker, oder Lachnummer meistens aus- er oder sie ist dick und ungeschickt. Solche Bilder findest du auch in Herr der Ringe, und der Hobbit, und das nicht zu knapp.

In den Filmen werden einige dieser negativen oder positiven Zuschreibungen, sehr klar dar gestellt. Gut und Böse wird mit Schmuck, worunter ich Haar-, Augenfarbe, Narben, und Kostüm verstehe, unterschieden. Es ist eine Welt in Schwarz und Weiß, die abgebildet wird. Gut oder böse, schön oder hässlich, beeinträchtigt oder gesund.

Schauen wir uns mal die Orks  genauer an

Alles was bei dir und mir Urängste auslöst, ist in einen Ork gepackt. Dabei spielt die Darstellung von Behinderung eine wichtige Rolle. Denn, Behinderung macht Angst!

Ein weiterer Trigger, der bewusst filmisch eingesetzt wird:  Urvölker und ihre kulturellen Praktiken. Die bei uns geschürten Ängste sind noch nicht das eigentliche Problem, sondern die Verknüpfungen die in unseren Köpfen, durch die gelieferten Bilder entstehen.   – So werden Vorurteile gebildet –

Welche Eigenschaften schreibst du einem Ork zu?

Was ich sehe:

  • böse
  • grausam gegenüber sich selbst und anderen
  • kriegerisch
  • hinterhältig
  • manchmal feige
  • hässlich
  • ungepflegt

Wie werden uns die Eigenschaften der Orks gezeigt? 

    1.mit Behinderung und Krankheit

  • fehlende Gliedmaßen
  • Lymphödem, Geschwüre
  • trübes oder fehlendes Auge, Blindheit
  • zertrümmerter, genieteter Schädel
  • überdimensionaler Körperbau
  • schlechte Zähne

    2. mit Schmerzen und Gewalt.  Praktiken die auf Naturvölker hindeuten

  • Tiefe Narben im Gesicht und Körper (Skarifizierung)
  • Metall genietete Verletzungen
  • eingewachsene Panzerplatten am Körper und Gesicht
  • Waffen aus Metall, durch amputierte Gliedmaßen gesteckt
  • Sprache nur mit Übersetzung und Untertitel-, a la Apocalypto
  • tragen von Trophäen am Körper
  • dunkle Haut oder, extrem bleich

3. mit Ähnlichkeit von Tieren:

  • animalische Gesichtszüge und Kostüm. (Raubkatze, Dinosaurier, Echsen, Schwein)
  • Reißzähne, spitze Zähne
  • überdimensionaler Körperbau

Azog und Bolg. Behinderung und Ritual

Hier habe ich einen Ausschnitt, aus “der Hobbit” für dich, damit du dich wieder erinnerst. Der Oberbefehlshaber der Orks, Azog, ist über die erhaltenen Nachrichten eines Untergebenen nicht zufrieden und wirft ihn den dämonischen Hunden zum Fraße vor.

  • Die Schmucknarben der Orks. Azog, das Narbengesicht

Azog ist von tiefen Narben in Gesicht – und Oberkörper gezeichnet. Die Narben sind symmetrisch, daher sind es bewusst zugefügte Verletzungen, mit Bedeutung. Man sagt auch Schmucknarben dazu, oder Skarifzierung.

Skarifizierung ist eine Form von Körpermodifikation, die bei Naturvölkern vorkommen kann.

Insbesondere einige afrikanische Stämme, verwendeten diese Schmuckform, um sich von anderen Gruppen abzugrenzen, aber auch zur Verschönerung, und als Initiationsritus heiratsfähiger Mädchen. Weitere Schmucknarben konnten im Laufe der Zeit zugefügt werden. Man hielt mit den Narben – besondere Einschnitte im Leben -, im wahrsten Sinne des Wortes, fest.

Nicht nur das Zufügen der Schmucknarben ist sehr schmerzhaft, auch der erwünschte, und immer wieder gestörte Heilungsprozess. Nur so, können tiefe, wulstige Narben entstehen.

Die Brutalität der Narben, soll die Grausamkeit der Orks  gegenüber ihren eigenen Leuten, und sich selbst, zeigen. Gesichtsnarben bei Männern, wirken zudem männlicher und strahlen Gesundheit und Tapferkeit aus. Darüber gibt es wirklich Studien. Um diesen “männlichen”  Eindruck zu verstärken, wird Azog als überdimensionaler Bodybuilder gezeigt. Zu den Narben gesellen sich animalische Gesichtszüge. Azog wirkt wie eine Raubkatze in Angriffsposition. Flache Nase, Reißzähne und Gesichtsform verstärken den Eindruck.

  • Azogs Behinderung

Ein Arm von Azog ist abgetrennt. Es handelt sich um eine Kriegsverletzung die ihm in einer früheren Schlacht zugefügt wurde. Eine grausame Prothese ragt aus seinem Armstumpf. Es ist eine einfach konstruierte Metallklaue, die durch seinen Unterarm, bis zur Höhe des Ellbogens, durchgebohrt wurde. Als Azog in die Schlacht zieht, befindet sich anstelle der Klaue ein überdimensionaler Säbel. Alleine die Vorstellung, die Prothese zu ersetzen ist wirklich schaurig.

Neben sadistischen Charakterzügen, drückt die Anbringung der Waffe auch masochistisches Verhalten aus. Selbst zugefügte Schmerzen gehören zu seiner Kultur und seinem Leben, wie Menschenfleisch.

Fakt ist:

Azog gehört zur Gruppe der – Orks mit Beeinträchtigung – und nicht nur er alleine, auch Bolg. Bolg ist der Rang niedere “Offizier” und auch er wird mit schweren Kriegsverletzungen gezeigt.  Sein Schädel wird mit genieteten Metallblech zusammengehalten. Zusätzlich hat er ein trübes Auge und ist halbseitig blind.

Das heißt:

Boshafte und negative Persönlichkeiten werden mit Behinderung, oder Krankheit gezeigt. Es sind Monster mit Behinderung.

Bolg trägt übrigens noch zahlreiche Trophäen an seinem Körper. Am Rücken sind Bärenklauen auf den Schulterblättern und an einem Oberarm ein menschlicher Totenschädel befestigt. In späteren Aufnahmen, hat er zusätzlich einen Totenschädel im Schritt- also ein ganz besonderer Genitalschutz;)- und an beiden Beinen baumeln weitere Schädel.  Auch hier wird die Vorstellung der Trophäensammlung ,eine früherer Praktik mancher Naturvölker, bedient.

Neben Behinderung wird auch Krankheit alleine der “bösen Seite” zugeschrieben. Sie dir die Goblins und die Trolle genauer an!

Irgendwie ist der Goblinkönig eine Lachnummer – stark adipös

er wirkt abstoßend – Geschwüre und ungepflegtes Äußeres

und natürlich Böse – die Zwerge sind die nächste Mahlzeit.

Es sind nicht nur die Protagonisten unter den Bösewichten die mit diesen Merkmalen ausgestattet werden, sondern auch in kleinen Szenen finden sich immer wieder negative Anspielungen, in Zusammenhang mit Behinderung, oder Krankheit.

Böse Charaktere werden mit Behinderung dargestellt.

Spion und Meuchelmörder, dargestellt mit blindem Auge

Die Elben blond und blauäugig = gut und schön?

In Herr der Ringe und der Hobbit. Ja.

Die Elben sind schlank und rank, gelenkig, wendig  und sie besitzen gepflegte lange Haare und weiße Haut. Sie sind die Robin Hoods des Waldes und immer perfekt gestylt.

Die höchste “Rasse”  unter den Elben, ist blond und blauäugig. Galadriel als auch Thranduil stehen als Beispiel dafür.

Elrond ist lediglich ein Halbelbe. Seine Haare sind dunkelbraun, wie die seiner Tochter Arwen, bei ihr hat sich der Mensch genetisch durchgesetzt.

Die gesellschaftliche Rangordnung der Elben wird bereits mit der Haarfarbe definiert.

Zusammengefasst:

  • Waldelben und Untergebene Thranduils sind rothaarig,
  • Halbelben sind brünett
  • der Adel blond

Legolas, der Sohn von Thranduil, besitzt wie sein Vater blonde lange Haare. Was viele  Fans etwas verwirrte, seine Augenfarbe wechselt zwischen den Filmteilen hin und her, -einmal braun, dann wieder blau. Die Ausstatter vergaßen lediglich, auf die Kontaktlinsen von Orlando Bloom (Legolas), der in real braune Augen hat. Die gesellschaftliche Hierarchie ist mit Augen- und Haarfarbe bewusst in der Hobbbit festgelegt worden.

Hier eine Szene aus Herr der Ringe. Die blauen Augen, die du im Video siehst, machen schon richtig schwindelig. Ab Sekunde 40 geht das ” blue eye” Spektakel los und es liegt nicht an der Beleuchtung. Boromir der auch blaue Augen besitzt, kann den Blick von Galadriel nicht standhalten. Blaue Augen stehen in dieser Szene für Ehrlichkeit und Reinheit, aber auch für “das sehende Auge”. Der Blick in die Zukunft.

Und was ist jetzt mit den Zwergen und den Hobbits, die sind doch kleinwüchsig?

In real sieht sehen viele kleinwüchsige Menschen anders aus, meistens kommt es zu Deformierungen der Knochen und Mobilitätseinschränkung. Sehr wenige sind einfach nur von Kleinwuchs betroffen. Den Zwergen im Film fehlt nichts, es sind kleine perfekte Männer, – eben bloß-, in Miniatur. Sie können sogar eine Elbenfrau erobern, wie die eingeflochtene Liebesbeziehung zwischen Kili dem Zwerg und Tauriel der Waldelbin zeigt.  Und die Hobbits, erinnern ein wenig an unschuldige Kinder. Die Gliedmaße sind gerade gewachsen, egal ob dick oder dünn, sie rennen wie der Blitz, und sind beweglich wie der Wind. Die Zwerge und Hobbits sind ein kleiner Lichtblick, aber eben nur, ein kleiner. Und ja, auch hier finden sich Zuschreibungen, die vermutlich viele kleinwüchsige Menschen, als Beleidigung empfinden. Denn wie bekommt man den Stempel, ewig als Kind wahrgenommen zu werden, wieder los?

Natürlich hat Peter Jackson und sein Team, die Charaktervorlagen für Hollywoodfilme nicht erfunden, Behinderung und Bösewichte miteinander zu verbinden, hat lange Tradition in der Traumfabrik. Wir sind diese Welt, die in gut und böse, schwarz und weiß aufgeteilt wird, so gewohnt, dass es schwierig ist, ohne sie eine Geschichte zu erzählen, die von uns, dem Publikum, verstanden wird. Aber es ist nicht unmöglich! Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Jeden Regisseur sollte es reizen, diese Herausforderung anzunehmen.

Schon gehört? Eine “Herr der Ringe” Serie ist geplant;)  ich bin schon gespannt, welchen Schmuck es dort zu entdecken gibt. Es wird nicht weniger werden, welch Glück für mich:)

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Filmtrilogie:

Peter Jackson. Der Hobbit: Eine unerwartete Reise (2012 NZ, USA)

TC:1:29:28; TC:0:02:15

Peter Jackson. Der Hobbit: Smaugs Einöde (2013 NZ, USA)

TC:0:25:31

Peter Jackson. Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere(2014 NZ, USA)

TC:0:25:07; TC:1:45:18

Der Hobbit. Trendsetter Zwerg

Letztes Mal war Thranduil, der Elbenkönig von Düsterwald genaueres

Betrachtungsobjekt, diesmal konzentrieren wir uns auf die starken Männer in Miniatur.

Die Zwerge

Wir schauen ihnen diesmal auf den Bart! Ich behaupte, sie brauchen länger für ihre Kosmetik vor dem Spiegel als die meisten Frauen. Alleine das Flechten der Bärte und Haare nimmt ganz schön Zeit in Anspruch. Zuerst die Haarwäsche und Pomade, dann das Anlegen von  Bartperlen, Ohrklemmen und Fingerringen. Eitelkeit hat also einen Namen- Nori, Fili, Dori, Bofur, Gloin, Dwalin, Thorin , Balin, Oin, Bombur, Bifur, Ori und Kili.

Bevor die Serie Vikings und zahlreiche Filme uns mit wunderbaren Flechtfrisuren und langen Bärten bei Männern eindeckten, hat bereits “der Hobbit” Maßstäbe gesetzt. Ich behaupte, die Zwerge waren es! Sie sind die wahren Trendsetter!

Findest du nicht auch, dass das Kostüm der Zwerge stark an die Germanen erinnert? Ich sehe vor mir Asterix und Obelix, aber auch die Wikinger blicken mir entgegen.

Aber sahen Kelten und Wikinger echt so aus?

Wurden die Haare lang getragen und die Bärte geflochten?

Von den Germanen ist bekannt, dass zahlreiche Stämme die Haare lang trugen. Lange Haare galten als Zeichen der Freiheit, oder waren ein Unterscheidungsmerkmal, um sich von anderen Stämmen optisch abzugrenzen. Beliebt war der Nodus, ein Haarknoten, der über der rechten Schläfe getragen wurde. Die Frisur war so fashionable, dass auch andere Stämme sie übernahmen. Die Knotenfrisur war nicht nur eine Modeerscheinung, sondern hatte zusätzlich magische Bedeutung. Der Haarknoten sollte Kraft und Stärke verleihen und stand für Unüberwindbarkeit.

Endlich lange Haare zu haben, bedeutete auch erwachsen zu sein. Bevor der erste Feind nicht erledigt war, oder andere herausragende Taten vollbracht waren, durften die Haare nicht gekürzt werden.

Wir stellen uns die Germanen immer mit Bart vor, und diese Vorstellung wird von Filmen und Serien in unserer Zeit vertieft. Die Römer, machten das auch so, wenn sie einen Germanen, also einen “Barbaren” in Stein abbildeten, trugen sie immer Hosen und waren bärtig und langhaarig dargestellt. Das hatte den Zweck, dass man natürlich sofort wusste-  das sind die Bösen- die Feinde. Es war eine symbolische Darstellung und es war völlig, egal ob dieses Bild stimmte, oder eben nicht.

Die Vorstellung stimmte, sagen wir, nur begrenzt. In Kriegszeiten trugen die Germanen lange Haare und die Römer trafen meistens nur dann auf sie, wenn es krachte. Im Alltag rasierten sich die Germanen, genauso wie die Römer, und färbten sich die Haare, Frauen wie Männer. Bis auf die Langobarden– das steckt der Bart schon im Namen.

Kommen wir kurz zu den Kelten:

Sie hatten kürzere Haare, die struppig, wie bei einem Satyr wirkten. Dafür wurde extra Kalklauge hinein gerieben. Die Kelten verstärkten damit ihre natürliche blonde Haarmähne. Der griechische Geschichtsschreiber Diodor beschrieb, dass sich die Kelten den Bart rasierten, oder eben nicht.  Ein langer Bart konnte ziemlich unpraktisch sein, da es ein Statussymbol war, wurde das gerne in Kauf genommen.

Die Vornehmen rasierten die Wangen glatt, lassen aber den Schnurrbart lang herabwachsen, so daß ihr Mund verdeckt ist. Wenn sie essen, hängt ihnen der Schnurrbart in die Speis.’

Wikingerstyle

Wirklich beliebt war der Bart bei den Wikingern. Während in Westskandinavien,  so rund um Dänemark, die meisten rothaarig waren, dominierte in Nordskandinavien, so rund um Stockholm, die Haarfarbe blond.

Die Wikinger sahen uns physisch sehr ähnlich. Die Männer waren im Schnitt um 8-10 cm kleiner und überaus gepflegt. Einmal die Woche wurde fix gebadet, es gab sogar einen extra eingeräumten Badetag. Kosmetikartikel wie Zahnstocher, Ohrenstäbchen und Pinzetten wurden verwendet. Um jünger und attraktiver zu wirken, trugen auch Männer, Make-up auf.

  • Nichts ging über den Haarkamm! Er war immer dabei. Der Wikinger strich sich gerne damit durchs Haar, so sah er immer ordentlich und adrett aus, und unliebsame Tierchen wurden gleich mit beseitigt.

  • Bei den Englischen Fräuleins, verschaffte die große Reinlichkeit den Wikingern fantastische Chancen. Tadellose Kleidung, gepflegtes Haar und frisch gewaschen, verströmten die Wikinger einen betörenden Duft.
  • Der Schnurrbart rundete den Wikingerstyle ab. Die Bärte wurden lang oder kurz getragen, besonders gestutzt und pomadisiert, damit sie die Form behielten.
  • Viele trugen die Kopfhaare vorne lang und hinten kurz. Der Nacken wurde rasiert.
  • Bartperlen? Fehlanzeige! Es handelt sich um ein ästhetisches i-Tüpfelchen aus unserer Zeit.
  • Ohrklemmen? Auch die gab es nicht!
  • Und die geflochtenen Bärte? Waren auch nicht üblich!
  • Wie die Zwerge, hatten auch die Germanen eine große Vorliebe für Gold, und alle Germanenstämme liebten Schmuck!

Wer es sich leisten konnte, verschönerte sich mit Armreifen, Amulette, Halsringe, sogenannte Torques, Perlen aus Glas und Bernstein, Gürtelplatten und Kleiderschnallen (Fibeln) aus massivem Gold und Silber. Dekorative Einlagen wurden aus Bernstein und Koralle hergestellt, später auch aus Emaille. Für die weniger Privilegierten gab es Schmuck aus Bronze und Eisen.

  • Ohrschmuck gab es sehr wenig. Bis jetzt fand man einfache Ringe und ein besonderes Schmuckmodell, das über der ganzen Ohrmuschel getragen wird.

Wie du siehst, die Zwerge sind wirkliche Trendsetter unserer Zeit.

Der jährliche Bartcontest zeigt die Modetrends der kommenden Jahre;) Scherzchen

Ein echter Trend für manch bärtigen Mann, diese Metall-Zylinderperlen.  Im Video wird gezeigt, wie man sie anlegt. Ein sogenanntes Zwergenbarttutorial. Der Bart ist übrigens perfekt gestutzt;)

 

 

 

 

 

 

 

  • Quellen:

Filmtrilogie

  • Peter Jackson. Der Hobbit: Eine unerwartete Reise (2012 NZ, USA)
  • Peter Jackson. Der Hobbit: Smaugs Einöde (2013 NZ, USA)
  • Peter Jackson. Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere(2014 NZ, USA)
  •  TC: 2:03:50
  • Erika Thiel.Geschichte des Kostüms. Die europäische Mode von den Anfängen bis zur Gegenwart (2004 Berlin)
  • Die Henkelattaschen des Bronzekessels von Mušov
    und das antike Germanenbild (Kat. 3; Taf. 33) unter: http://www.austriaca.at/0xc1aa5576%200x0006e1bf.pdf (aufgerufen am 18.8.2018)
  • The official tourism site of denmark. Unter: https://www.visitdenmark.de/de/daenemark/geschichte/die-wikinger-fakten-und-mythen (aufgerufen am 19.8.2018)
  • Pera Peris- Haus der Historie. Unter:https://www.peraperis.com/blog/historischer-schmuck/der-schmuck-der-wikinger.html (aufgerufen am 19.8.2018)

Der Hobbit. Thranduil und das Sternenlicht

Die Bloggerin C.A. Sólveig Freysdóttir hat den Wunsch geäußert, dass ich mir die Schmuckstücke von Thandruil, aus der Filmtrilogie, der Hobbit, genauer ansehe.

Dann mache ich das mal!

Falls du die Filme von Peter Jackson, Herr der Ringe und der Hobbit nicht gesehen hast, kannst du dir die Trailer im Link gerne ansehen. Sieh es als Kurzfilm, zusammen machen sie fast 22 min. aus;)

Zusammenfassung: der Hobbit im Turbodurchlauf erklärt

Ein Haufen Zwerge und ein Hobbit, machen sich auf den Weg, um den Arkenstein in die Finger zu bekommen. Der Arkenstein befindet sich in einem Berg, der früher das Königreich der Zwerge war. Ein Drache nahm den Berg und die darin enthaltenen Schätze, in Besitz.

Der Arkenstein stellt das Herzstück des Berges dar. Er symbolisiert die Legitimation für Thorin Eichenschild Herrschaft über die Zwerge. Solange ihm der Arkensteins nicht gehört, hat Thorin auch kein Anrecht auf sein Reich. Nun soll der Hobbit Bilbo, als “Meisterdieb”, ihm helfen, den Arkenstein zurück zu bekommen. Zusammen mit einem Haufen Zwerge geht das gefährliche Abenteuer los.

Wer ist Thranduil?

Thranduil, gespielt von Lee Pace, ist ein Elbenkönig und Vater von Legolas. Er hat schon etliche Jahrhunderte auf dem Buckel und zahlreiche Schlachten geschlagen. Inzwischen konzentriert er sich auf sein Reich und möchte sich aus fremden Angelegenheiten heraushalten. Außer, wenn es um Diamanten geht. Er ist besessen von ihnen. In der erweiterten Version von „der Hobbit“ sieht man, wie die Freundschaft zwischen dem Zwergenkönig (Vater von Thorin) und Thranduil zerbricht. Eine Schatztruhe mit Diamanten entzweit die Freundschaft der Zwerge und Elben.

Ohne diese Vorgeschichte, ist die Feindschaft zwischen Elben und Zwergen kaum zu verstehen, daher ist es schade, dass diese Szene herausgenommen wurde.

Diamanten sind für Thranduil und die Elben mehr als glitzernde Steine! Sie symbolisieren das Sternen- und Mondlicht. Es werden eigene Feste zu Ehren von Mond und Sternen gefeiert, wie die Waldelbin Tauriel dem Zwerg Kili erzählt. Besonders die Diamanten aus dem Berg der Zwerge, Erebor, interessieren Thranduil. Es sind Erbstücke, und er schreckt auch vor Krieg nicht zurück, um sie wieder zu bekommen. Als die Zwerge den Berg zurückerobern, will auch er seinen Anteil an der Beute.

Thranduils Schmuck

Seine Vorliebe für das Mondlicht drückt sich auch an den Schmuckstücken aus, die er am Körper trägt. Dinge die ihm viel bedeuten, finden sich in Form von Schmuckstücken wieder, und charakterisieren ihn.

Tranduil trägt Ringe an der Hand, eine Brosche am Hals und eine Art Krone.

Nahaufnahme von Thranduils Ring mit gefasstem Opalith

Der Hobbit, Thranduil und das Sternenlicht

Als der Zwergenkönig Thorin und seine Gefolgschaft von den Elben gefangen genommen wird, wird er zu Thranduil gebracht.

Um die Spannung bei dir zu steigern, lenkt die Kamera zuerst auf die Hand mit den Ringen. Das Gesicht wird noch nicht gezeigt. Ein großer Ring mit einer Ast – und Geweih ähnlichen Krappenfassung umschließt einen Stein. Vermutlich soll es einen Diamanten, oder Mondstein darstellen, da Thranduil so dafür brennt. Für mich sieht der Schmuckstein nach einem Opalith aus. Opalith wird als synthetischer Edelstein gehandelt, ist aber ein Glas.

Im filmischen Zusammenhang soll der Ring auf den Mond verweisen, der für die Elben heilig ist.

 

Opalith ist ein synthetisches Glas und wird gerne als Mondsteinersatz verwendet.

Opalith. Hier siehst du den orangen Schimmer sehr gut

Thranduil liebt neben Diamanten, Mond und Sterne, auch sein Reich, den Wald und seinen Elch, der ihm als Reittier dient. Eine geweih- und rankenähnliche Formensprache sind in der ganzen Welt der Elben anzutreffen. Die stützenden Säulen des Eingangs sind verflochtene Bäume aus Stein, und der Thron ist – teils wild wachsender Baum – teils Geweih.

Krone von Thranduil

Sie ist in sein Haar gesteckt und besteht aus Ästen und Herbstblättern. Es ist keine Krone im klassischen Sinne, sondern mehr Haarschmuck. Der Verweis über seine Herrschaft den Wald und die darin lebenden Wesen ist eindeutig.

Thranduils Krone aus Laub und Ästen, er ist der Herrscher des Waldes.

Die Krone symbolisiert seine Herrschaft über den Wald.

Hier habe ich ein Video für dich gefunden, in dem die Kostümbildner die Entwicklung der Krone zeigen

Der Gott des Waldes

Es ist gar nicht unwahrscheinlich, dass die Kostümbildner an den keltischen Waldgott, Cernunnos, dachten, als sie seine Gestalt entwarfen. Cernunnos war der Hirsch- und Geweihgott und Thranduil hat eine gewisse Ähnlichkeit mit ihm.

So wie J.R.R. Tolkien sich der altnordischen Mythologien als Stoff für die Bücher bediente, finden wir auch in, der Hobbit, ästhetische Elemente aus verschiedenen Kulturen und Epochen der Menschheit. Zwerge, Elben, Hobbits, Zauberer, Menschen, und Orks, verfügen über eine eigene Formensprache, die sich in der Architektur, Kostüm, Körper, und Schmuck zeigt.

Ein weiteres Stilelement der Elben, sind die keltischen Knoten, die sich auf der Kleidung, Rüstung, Haarschmuck, Architektur und Waffen zeigt.

Elben und das Diadem

Moment mal, die Elben tragen Diadem? Wird ein Diadem nicht nur von Frauen getragen?

Ja, genau genommen königliche Elben tragen Diadem. Das trifft auf Männer wie Frauen gleichermaßen zu. Galadriel, die Herrin des goldenen Waldes, Elrond aus dem Bruchtal, und Thranduil tragen eine Art Stirnbinde.

Thranduil trägt eine Stirnbinde, ein Diadem

Griechisch übersetzt bedeutet Diadem genau das, Stirnbinde, sie diente dazu, die Haare zusammenzuhalten. Die Stirn- bzw. Kopfbinde wurde als Siegeszeichen oder im Zuge religiöse Handlungen angelegt. Bald darauf entwickelte sich daraus die Königsbinde, ein halbmondförmiger Kopfreif, der die Stirnmitte betonte. Die uns heute bekannte Krone wurde erst 324 n.Chr. von Konstantin den Großen eingeführt. Das Diadem wurde der königliche Kopfschmuck für Frauen. Auch Engel wurden im Mittelalter gerne mit Diadem gemalt. Und Engel sind mythische Wesen, die erhaben und meistens unnahbar sind, klingt irgendwie sehr nach Elben, oder was meinst du?

Die Stirnbinden der Elbenkönige/in unterscheiden sich kaum voneinander, das drückt aus, dass die Könige ebenbürtig sind. Die Formensprache zeigt erneut auf die Herrschaft des Waldes. Gotische Knoten sind ineinander geschlungen und wirken organisch-lebendig.

Die Stirnbinde ist vor allem ein Zeichen für uns Zuseher, denn sie verweist auf die strenge Gesellschaftsordnung der Elben. Das Reich der Elben besteht aus absolutistischen Monarchien. Der König bestimmt über Leben und Tod seiner Untertanen. Thranduil bringt das sehr gut zum Ausdruck, als er Tauriel, der Waldelbin, zu verstehen gibt, dass sie niemals die Gattin von Legolas werden kann, da sie gesellschaftlich unter ihm und seinesgleichen steht.

Der obersten Elbenkaste anzugehören, ist nicht das Schlechteste würde ich meinen, dafür braucht man aber das nötige Zubehör.

Wie wäre es mit Elbenohren für den Anfang?

Der Hobbit hat noch mehr Schmuck zu bieten, ich mache mich auf die Reise, um euch noch weitere Schätze zu zeigen😉 Willst du wissen, was da noch alles aus dem Reich von Mittelerde auf euch zukommt? Dann werde Teil meiner Community und ich halte dich auf dem Laufenden.

 

 

 

 

Quellen:

Filmtrilogie:

Peter Jackson. Der Hobbit: Eine unerwartete Reise (2012 NZ, USA) TC:0:36:34

Peter Jackson. Der Hobbit: Smaugs Einöde (2013 NZ, USA) TC: 0:35:00;

Peter Jackson. Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere(2014 NZ, USA) TC: 1:24:29

Erika Thiel. Geschichte des Kostüms. Die europäische Mode von den Anfängen bis zur Gegenwart (2004 Berlin)