Pyrit – Markasitschmuck

Pyrit – Markasitschmuck

Inzwi­schen bist du davor sicher, Pyrit mit Gold zu ver­wech­seln und du kannst ein Feu­er mit Pyrit und Flint ent­zün­den. Heu­te kom­men wir zum Mar­ka­sit­schmuck bezie­hungs­wei­se Pyritschmuck.

Kennst du die­se klei­nen geschlif­fe­nen Stein­chen, die gol­den fun­keln? Es könn­te sein, dass es sich um Mar­ka­sit han­delt. Die­ser Mar­ka­sit ist eigent­lich Eisen­py­rit. Die geschlif­fe­nen Mar­ka­si­te sind sehr klein, sie rei­chen von 0,5 bis maxi­mal 4mm Größe.

Verschiedene Größen Markasit.
Ver­schie­de­ne Grö­ßen Markasit/Pyrit. Erhält­lich maxi­mal bis 4mm.

Ver­wir­rend ist, dass Mar­ka­sit in geschlif­fe­ner Form in Wahr­heit Pyrit ist. In der Schmuck­in­dus­trie wird also nicht Mar­ka­sit, son­dern Pyrit verwendet.

Jahr­hun­der­te lang wur­de kein Unter­schied gemacht. Pyrit und Mar­ka­sit, als auch alle Mine­ra­le die eine Far­be wie Mes­sing besa­ßen, wur­den als Pyrit bezeich­net. Erst durch genaue­re Bestim­mungs­mög­lich­kei­ten wur­de die Kate­go­ri­sie­rung ver­fei­nert.  Mit­te des 19. Jahr­hun­derts erkann­te man, dass Mar­ka­sit und Pyrit ver­schie­de­ne Mine­ra­le sind.

Bei­de Mine­ra­le ver­fü­gen über die glei­che che­mi­sche Zusam­men­set­zung, Eisen und Schwe­fel, aber eine unter­schied­li­che Kris­tall­struk­tur. Das bedeu­tet, dass Pyrit, um eini­ges wider­stands­fä­hi­ger als ech­ter Mar­ka­sit ist. Genau­so ver­hält es sich auch mit Dia­mant und Gra­fit. Bei­de besit­zen die glei­chen che­mi­schen Bau­stei­ne, aber unter­schied­li­che Kristallstrukturen.

Pyrit Schmuck, der Glanz der Sonne

Die Inkas sind nach­weis­lich die Ers­ten gewe­sen, die an Pyrit/Markasit in Schmuck­form Gefal­len fan­den. Es wur­den gro­ße Spie­gel damit ange­fer­tigt. Ein Hand­wer­ker benö­tig­te für einen Spie­gel 900 bis 1300 Stun­den, also 110–160 Tage. Zar­te Pyrit­flo­cken wur­den auf Sand­stein geklebt. Als Kle­ber dien­te ver­mut­lich Baum­harz. Die Spie­gel waren auch bei den Ome­ken, Azte­ken und Majas sehr beliebt. Die­se Luxus­ar­ti­kel trug die gesell­schaft­li­che Eli­te. Sie wur­den vor­ne auf der Brust, hin­ten am Rücken, als Gür­tel, oder auf dem Kopf getra­gen. Es ging bei den Spie­geln nicht nur dar­um, das eige­ne Abbild wahr­zu­neh­men, son­dern sie stell­ten ein Por­tal in eine ande­re Dimen­si­on dar. Die Spie­gel aus Pyrit waren fes­ter Bestand­teil reli­giö­ser Zere­mo­nien und um Kon­takt mit den Ahnen aufzunehmen.

Auch die Grie­chen fan­den gefal­len an Pyrit. Nicht nur als “Feu­er­stein”, son­dern auch als Schmuckstein.

Winzige Markasite. Pyrit in Miniatur

  • Ins­be­son­de­re im 18. Jahr­hun­dert waren die klein geschlif­fe­nen Mar­ka­si­te in Mode. Ein Luxus­ge­setz, erlaub­te nur mehr dem Adel ech­te Dia­man­ten zu tra­gen. Als Alter­na­ti­ve wur­de Mar­ka­sit in die Schmuck­stü­cke ein­ge­setzt. Um den Pyrit, wie du jetzt weißt, Mar­ka­sit beson­ders zum Fun­keln zu brin­gen, wur­de der fla­che Rosen­schliff, ange­wen­det. Als Köni­gin Vik­to­ria um ihren Gat­ten trau­er­te, ent­stand ein wah­rer Trau­er­schmuck Trend. Aus Mar­ka­sit und Gagat wur­de für den Adel Schmuck gefer­tigt, für die Bevöl­ke­rung gab es preis­güns­ti­ge Alter­na­ti­ven.  Stahl dien­te als Mar­ka­si­ter­satz und Bake­lit wur­de statt Gagat verwendet.
  • Schmuck mit Mar­ka­si­ten war auch Ende des 19. und 20. Jahr­hun­derts, zur Zeit des Jugend­stils en vogue. Flo­ra­le Moti­ve, Schmet­ter­lin­ge und Vögel wur­den mit Mara­ka­sit besetzt.  Im Gegen­satz zu den orga­ni­schen For­men stand der Art-Deko-Schmuck der Mar­ka­sit auch sehr ger­ne als Stil­ele­ment verwendete.

Wie erkennst du antiken Markasitschmuck?

Älte­re Schmuck­stü­cke sind in Sil­ber gefasst und leicht mit seit­lich auf­ge­wor­fe­nen Sil­ber­stü­cken fixiert. Moder­ne Stü­cke sind meis­tens nicht so fein und ordent­lich gear­bei­tet und die seit­li­chen Per­len, die du um den Mar­ka­sit siehst, hal­ten nicht den Stein, son­dern haben ledig­lich deko­ra­ti­ve Funk­ti­on. Auch die Pun­zie­rung 925 für Sil­ber sagt aus, dass es sich sehr wahr­schein­lich um kei­nen Vin­ta­ge Schmuck handelt.

Rückseite eines Markasitohrrings. Aus 925-er Silber mit Brisur
925 Sil­ber ist ein Hin­weis, dass es sich um neu­en Mar­ka­sit­schmuck handelt.
Nahaufnahme Markasitohrring, die Körner (Punkte) halten den Markasit nicht. Es ist neuer Markasitschmuck.
Nah­auf­nah­me Markasitschmuck

Pflege Markasitschmuck

Mar­ka­sit reagiert mit Feuch­tig­keit und setzt Schwe­fel­säu­re frei. Daher soll­te Mar­ka­sit­schmuck getrennt von ande­ren Schmuck­stü­cken auf­be­wahrt wer­den und unter 60 % Luft­feuch­tig­keit.  Falls man schleift,  soll­te man ver­mei­den den Staub ein­zu­at­men und die Hän­de danach waschen. Bei Mar­ka­sit­schmuck soll­test du nie­mals che­mi­sche Rei­ni­gungs­mit­tel ver­wen­den (Pyrit reagiert auf Säu­ren). Es reicht, das Schmuck­stück mit einem leicht feuch­ten Tuch zu rei­ni­gen und dann mit einem Schmuck­tuch zu polieren.

Repa­ra­tur: 

Mit Schmuck­kle­ber und einer Pin­zet­te las­sen sich ver­lo­ren gegan­ge­ne Mar­ka­si­te wie­der ein­kle­ben. Die Mar­ka­si­te, bekommt man ent­we­der, bei einem freund­li­chen Gold­schmied, oder Zube­hör für Gold­schmie­de. Ach­te dar­auf, dass der Kleb­stoff klar trock­nend ist.

 

Quel­len:

https://uwaterloo.ca/earth-sciences-museum/resources/detailed-rocks-and-minerals-articles/pyrite#Chalcopyrite%20CuFeS2%20%20(Tetragonal)

Link zu den pyrit­spie­gel http://westerndigs.org/mesoamerican-fools-gold-mirrors-found-in-arizona-reveal-ties-to-ancient-mexico/

https://www.ebay.com/gds/Your-Guide-to-Vintage-Marcasite-Jewelry-/10000000178706488/g.html

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