The last witch hunter: Branding

The last witch hunter: Branding

Autsch! Bran­ding ist die schmerz­haf­tes­te Metho­de der Kör­per­mo­di­fi­ka­ti­on, wuss­test du das?

In dem Film “the last witch hun­ter” gibt es eine Sze­ne in der genau das pas­siert. Das Branding!

Wenn du den Film noch nicht kennst, fin­dest du im ers­ten Teil “Auf­bau Iden­ti­tät Axt und Schwert” eine Kurz­zu­sam­men­fas­sung  und den Trailer.

Und schon bist du Mit­ten im Geschehen:

Der “neue Dolan 37” (Eli­jah Wood), wird  als eine Art Aus­zeich­nung von sei­nen Ordens­mit­brü­dern gebran­det. Er erhält das Bran­ding auf den Unter­arm und steigt als Kaul­ders Bera­ter auf.  Sei­ne Auf­ga­be ist es, dem Hexen­jä­ger Kaul­der (Vin Die­sel) zur Sei­te zu ste­hen und ihm bei der Auf­klä­rung, der Ermor­dung sei­nes Vor­gän­gers Dolans der 36. (Micha­el Cai­ne), zu helfen.

Das Brand­zei­chen bedeu­tet aber noch mehr, als ein beruf­li­cher Auf­stieg. Um die Inten­ti­on der Regis­seu­re zu erken­nen, ist es nötig sich das Sym­bol und die Geschich­te der Brand­zeich­nung genau­er anzusehen.

Brandzeichen the last witch hunter
Dolan der 37. erhält ein Bran­ding und steigt als Bera­ter von Kaul­der, dem Hexen­jä­ger auf.

Das Brandzeichen, die Bedeutung

In the last witch hun­ter, nennt sich der Orden “Axt und Schwert”. Er ist eine christ­li­che Orga­ni­sa­ti­on, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Frie­den zwi­schen Hexen und Men­schen zu bewah­ren. Das Sym­bol, dass Dolan 37 auf den Arm ein­ge­brannt bekommt, ist ein leicht ver­än­der­tes Jeru­sa­lem- Kreuz. Ledig­lich die schräg lie­gen­de Axt wur­de, anstel­le zwei­er klei­ner Kreu­ze, eingefügt.

Das Kreuz trägt auch den Namen fünf­fa­ches Kreuz, oder Kreuz und Kreuz, und stammt aus dem 11. Jahr­hun­dert. Es kann ver­schie­den gedeu­tet wer­den, so steht es stell­ver­tre­tend für:

1. die 5 Wun­den Christi

2.Christi und die 4 Evangelisten

3. oder Chris­ti und die 4 Tei­le der Welt

Der christ­lich reli­giö­se Bezug ist klar, die genaue sym­bo­li­sche Zuschrei­bung ist es hin­ge­gen nicht. Fakt ist, dass das Kreuz­sym­bol als Wap­pen des König­reichs Jeru­sa­lems im 13. Jahr­hun­dert ver­wen­det wur­de. Die ers­ten Spu­ren des Sym­bols fin­den sich in der Nor­man­die, ein­ge­ritzt in den Altar der Kir­che St. Bré­la­de.

Es liegt Nahe, dass eine Anspie­lung auf den päpst­li­chen Orden, Rit­ter vom Hei­li­gen Grab zu Jeru­sa­lem, besteht. Den Orden gibt es wirk­lich, sie wer­den auch Grab­rit­ter genannt,  und abge­kürzt als OESSH bezeich­net. Es ist ein römisch-katho­li­scher Lai­en­or­den, der im 19. Jahr­hun­dert gegrün­det wur­de, aber des­sen Wur­zeln bis ins 14. Jahr­hun­dert rei­chen. Die rea­le Auf­ga­be ist weit unspek­ta­ku­lä­rer als im Film, der Orden soll die katho­li­sche Kir­che welt­weit, und im hei­li­gen Land Jeru­sa­lem, fördern.

Wann und wie wurde  Branding verwendet?

Heu­te ist Bran­ding zu einem modi­schen Acces­soire gewor­den und fin­det immer mehr Anklang in unse­rer Kul­tur. In ers­ter Linie ist dir das Wort sicher als Mar­ke, – Abzei­chen ‑bekannt. Ins­be­son­de­re wenn es dar­um geht ein Unter­neh­men zu grün­den ist andau­ernd die Rede von Brand und Bran­ding. Dabei geht es im End­ef­fekt um eine sehr ähn­li­che Funk­ti­on, wie ein Brand­zei­chen auf der Haut. Damals kenn­zeich­ne­te man jeman­den- heu­te kenn­zeich­net man etwas. Zusätz­lich ging es um ein Allein­stel­lungs­merk­mal, man soll­te den­je­ni­gen der gebrand­markt wur­de, sofort unter allen ande­ren erkennen.

Men­schen wur­den gebrand­markt um Besitz­rech­te anzu­zei­gen, das konn­ten Skla­ven oder Kriegs­ge­fan­ge­ne sein. Dazu wur­de das Brand­zei­chen auch häu­fig als Straf­mit­tel eingesetzt.

In Meso­po­ta­mi­en, war es vor 3000 Jah­ren bereits üblich, Men­schen und Tie­re zu täto­wie­ren und zu brand­mar­ken. Die Grie­chen und Römer nah­men den Brauch bereit­wil­lig auf, denn für die Besit­zer stell­te es sich als prak­tisch her­aus, ihre Ware Mensch, mit einem glü­hen­den Eisen zu mar­kie­ren. Zusätz­lich hat­te das Brand­zei­chen eine  abschre­cken­de Wir­kung. Ent­lau­fe­ne Skla­ven, Arbei­ter in den Minen, oder Män­ner die zu Gla­dia­to­ren­kämp­fen ver­ur­teilt wur­den, beka­men als Bestra­fung zusätz­li­che Zei­chen ein­ge­brannt. Als Brand­zei­chen wur­den ger­ne Buch­sta­ben ver­wen­det, in Grie­chen­land war für Skla­ve das Zei­chen Del­ta (Drei­eck) = “Dou­los” üblich und Räu­ber, als auch ent­lau­fe­ne Skla­ven beka­men ein “F” für Dieb oder Flücht­ling aufgedrückt.

Die grau­sa­me Prak­tik beschränkt sich nicht nur auf die Anti­ke. Die Angel­sach­sen ver­häng­ten 1547 das Sta­tut Vaga­bun­den und Roma mit einem rie­sen­gro­ßen V auf der Brust zu kenn­zeich­nen. Und, bis 1832 war es in Frank­reich üblich, Gale­ren­sträf­lin­ge mit einem “TF” travaux for­cés = har­te Arbeit, zu bestrafen.

Prin­zi­pi­ell kom­men Brand­zei­chen, bis auf frei­wil­lig zuge­füg­te, eher sel­ten vor. Vor eini­ger Zeit kam es zu einem spek­ta­ku­lä­ren Fall, indem eine Hol­ly­wood­schau­spie­le­rin, von ihrem Sek­ten­an­füh­rer ein Brand­zei­chen, mit sei­nen Initia­len, ein­ge­brannt bekam.

Bei his­to­risch fun­da­men­ta­len reli­giö­sen Ver­ei­ni­gun­gen konn­te ich hin­ge­gen kei­nen Hin­weis fin­den, dass Brand­zei­chen ver­wen­det wur­den, um ihre Mit­glie­der in den Orden auf­zu­neh­men. Statt­des­sen war es seit Jahr­tau­sen­den üblich, als eine Art Glau­bens­be­kennt­nis, sich täto­wie­ren zu las­sen. Zum Bei­spiel waren die Täto­wie­run­gen für Kreuz­fah­rer ein Beweis, dass sie wirk­lich an den Pil­ger­fahr­ten ins hei­li­ge Land teil­ge­nom­men hatten.

Dolan 37. Beförderung oder Strafe?

Indem ein Brand­zei­chen im Film ver­wen­det wird, zeigt uns der Regis­seur in wel­che Rich­tung die Hand­lung geht. Bran­ding deu­tet nicht nur auf einen Besitz­an­spruch hin, son­dern steht auch stell­ver­tre­tend für den bevor­ste­hen­den Verrat.

Dolan der 37. ist in Wahr­heit ein Anhän­ger des Bösen.  Er ver­rät nicht nur Kaul­der, son­dern auch dem Orden dem er dient. Die Gren­ze zwi­schen Beför­de­rung und Stra­fe, ver­schwin­det, wenn man sich die Hin­ter­grün­de des Bran­dings genau­er ansieht.

Viel­leicht kennst du den Film Skulls (alle Macht der Welt). Auch dar­in gibt es eine Brandingszene.

Den neu­en Mit­glie­dern wird von einer Geheim­ge­sell­schaft ein Toten­kopf ein­ge­brannt, als Zei­chen der Dazu­ge­hö­rig­keit und Ver­schwie­gen­heit. Am Ende begeht, wie in the last Witch Hun­ter, der Gebrannt­mark­te  einen Ver­rat an sei­ner Gemein­schaft. In die­sem Fall steht er zwar auf der guten Sei­te, aber das Bran­ding, zeigt auch hier einen Ver­rat an.

Fal­len dir noch wei­te­re Bei­spie­le ein?

Die Schmuck­ana­ly­se in the last witch hun­ter geht span­nend weiter!

Nächs­tes Mal: “Der Beweis”

Quel­le:

Breck Eis­ner. The last witch hun­ter (Chi­na, USA 2015)

TC: 0:19:38;

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