Zeitmaschine start! Kristalle züchten!

Zeitmaschine start! Kristalle züchten!

Kris­tal­le züch­ten, das habe ich schon lan­ge nicht mehr gemacht, aber es macht immer wie­der Spaß!

Als ich klein war, fuh­ren wir manch­mal nach Mün­chen. Mein Lieb­lings­ziel war das Natur­his­to­ri­sche Muse­um. Ich war so von den Mine­ra­li­en und Fos­si­li­en begeis­tert, dass ich am nächs­ten Tag gleich wie­der hin muss­te. Nicht mei­ne Mama schleif­te mich dort hin – nein!- es war genau andersrum.

Das größ­te High­light war der Kris­tall­zucht­kas­ten, den ich bekam. Damit konn­te ich klei­ne Wun­der­wer­ke schaf­fen. Wie­der zuhau­se mach­te ich mich gleich an die Arbeit, um mei­ne Schatz­tru­he zu fül­len. Damals kam mir die Zeit viel lang­sa­mer vor und das hin war­ten, auf die fer­ti­gen Kris­tal­le brauch­te, in Kin­der­zeit gerech­net, viel Geduld.

Kris­tal­le sel­ber züch­ten  ist wie eine Zeit­ma­schi­ne in die du dich setzt, und am Ende lohnt sich die Mühe. Pro­zes­se die vie­le Mil­lio­nen Jah­re benö­ti­gen, kön­nen in weni­gen Tagen nach­voll­zo­gen wer­den. Und am Ende glit­zern dir wun­der­schö­ne Kris­tal­le entgegen.

Kristalle züchten geht mit einfachen Mitteln.

3 Stof­fe eig­nen sich beson­ders gut. Zwei davon hast du sicher zu Hause. 

  • Salz
  • Zucker
  • Alaun (= Kali­alaun bzw. Kaliumaluminiumsulfat)

 

Kristalle aus Kochsalz

Koch­salz hast du sicher da, damit fällt die Beschaf­fung schon mal weg;).  Um bun­te Kris­tal­le zu bekom­men, kannst du die flüs­si­ge Lösung mit Lebens­mit­tel­far­be, z.B. Farb­res­te vom Eier fär­ben, einfärben.

Du brauchst:

  1. Was­ser

für bes­se­re Ergeb­nis­se destil­lier­tes Was­ser, aber nicht unbe­dingt nötig

Wes­halb wird oft destil­lier­tes Was­ser ver­wen­det? Im Was­ser sind häu­fig Fremd­sub­stan­zen wie z.B. Kalk ent­hal­ten, und das kann das Ergeb­nis beein­flus­sen. Für unser Expe­ri­ment reicht nor­ma­les Wasser

2. Salz

3. Becher/Glas sauber

4. ein Löffel

5. Lebens­mit­tel­far­be (bei Bedarf)

6. Faden (z.B. Papier­schnur, Baumwollschnur)

7. Zahnstocher/ Holz­stäb­chenum den Faden dar­an zu befes­ti­gen. Es eig­net sich auch eine Wäsche­klam­mer, ein Stück Kar­ton, oder ein Gefrier­beu­tel­klipp, oder was du sonst so findest.

Jetzt folgt das Wichtigste!

8. Pri­se Geduld

 

Die Zeitmaschine startet!

Du stellst eine gesät­tig­te Lösung her. Das heißt, dass du im war­men Was­ser soviel Salz löst, bis sich dar­in nichts mehr löst und trüb wird.

Ich habe am Anfang den Feh­ler gemacht, das Gan­ze auf der Herd­plat­te zu erwär­men, dadurch steigt die Tem­pe­ra­tur immer höher an. Je mehr die Tem­pe­ra­tur steigt, des­to mehr Salz kann aber auf­ge­nom­men wer­den, heißt es gibt kein Stopp, das Salz löst sich immer wie­der auf. Man kann sagen es ist eine “über­sat­te gesät­tig­te Lösung” gewor­den.  Den Salz­kris­tal­len ist das übri­gens egal, es wäre nur nicht soviel Salz nötig gewesen.

  1. Daher! Ein Glas hei­ßes Was­ser genügt.
  2. Du kannst jetzt das Salz ein­rüh­ren,  und wenn du möch­test, Far­be dazu geben.
  3. Dann nimmst du den Zahn­sto­cher, oder Stab, und bin­dest dar­um einen etwas dicke­ren Faden.
  4. Den Faden hängst du mit­tig in den Becher. Der Stab ver­hin­dert, dass der Faden ganz im Becher ver­schwin­det und die Kris­tal­le auf der Schnur gut wach­sen können.
  5. Stell das Glas an einen ruhi­gen Ort.
  6. Und der Rest besteht aus dem schwie­rigs­ten Teil, Geduld.

 

 

Auch wenn sich nicht sofort Kris­tal­le bil­den, du wirst sehen, das Was­ser ver­duns­tet. Dadurch steigt die Salz­kon­zen­tra­ti­on, und irgend­wann wer­den sich mit Sicher­heit Kris­tal­le bil­den. In ca. 2–3 Tagen wirst du die ers­ten Ergeb­nis­se sehen.

Das schö­ne an Salz­kris­tal­len ist die per­fek­te Wür­fel­form die sie bil­den. Der Teil der Schnur, der aus dem Was­ser ragt, saugt sich mit Lösung voll und bil­det eine Salz­kris­tall­krus­te. Der Teil in der Lösung, bil­det klei­ne per­fek­te Würfel.

Kristalle züchten mit Salz. Perfekte Würfel
Kat­ze Lot­tes Duftprobe

 

Salzkristalle auf einer Schnur. Salz bildet perfekte Würfel.
per­fek­te Salzwürfel

Kristalle aus Alaun züchten

Eine ande­re Kris­tall­form hat Alaun, das sich auch sehr gut zum Kris­tal­le züch­ten eig­net.  Du brauchst dafür ledig­lich hei­ßes Was­ser und, nona – Alaun. Der Vor­gang ist der glei­che, die Schnur ist nicht nötig. Die Kris­tal­le bil­den sich auch am Boden der Schale.

Alaun bekommst du über ver­schie­de­ne Wege. Mög­lich ist die Apo­the­ke, Gold­schmie­de­be­darf, ein befreun­de­ter Gold­schmie­dIn, oder Schmuck­de­si­gne­rIn, und natür­lich im Online Handel.

Alaun hat vie­le posi­ti­ve Eigen­schaf­ten, und ist seit Men­schen­ge­den­ken als Arz­nei und All­zweck­mit­tel (z.B. Blut­stil­ler, Feu­er­schutz, Fixa­tiv und vie­les mehr) bekannt.

Wie für die meis­ten Che­mi­ka­li­en gilt auch für Alaun: Es ist nicht zum Ver­zehr geeig­net und die Dämp­fe soll­ten nicht in gro­ßen Men­gen inha­liert wer­den. Es gibt immer wie­der Hin­wei­se, dass Alaun gesund­heits­schä­di­gend sein soll, aber solan­ge du es nicht isst, stellt es kein grö­ße­res Pro­blem dar. Auch in den Kris­tall­zucht­sets, die es zu kau­fen gibt, besteht die Basis aus Alaun.

Entsorgung von Alaun

Du kannst die Flüs­sig­keit wenn du möch­test, auf zwei Arten ent­sor­gen. Ent­we­der direkt über dein Wasch­be­cken, oder du gibst es zur Alt­stoff­samm­lung. Alaun löst Kup­fer in Metal­len, und soll­te daher nicht in gro­ßen Men­gen über die Was­ser­lei­tung ent­sorgt wer­den. Die Men­ge der Kris­tall­lö­sung die du her­stellst, ist sehr gering, und kann daher ohne Beden­ken zuhau­se weg­ge­schüt­tet werden.

Kristalle züchten mit Alaun ist sehr einfach
meh­re­re Alaun­kris­tal­le zusammengewachsen

Eigent­lich wach­sen Alaun­kris­tal­le von selbst in beacht­li­cher Grö­ße, wie du auf dem Foto siehst. Wenn du aber einen beson­ders gro­ßen Kris­tall haben möch­test, lohnt es sich zuerst einen Impf­kris­tall wach­sen zu las­sen. Der Impf­kris­tall bil­det eine gute Grund­la­ge für einen gro­ßen Kristall.

Der Impf­kris­tall soll­te für dein Expe­ri­ment eine gewis­se Grö­ße besit­zen, damit du, um ihn her­um, einen Faden bin­den kannst. Dann gibst du ihn mit­tig ins Glas. Je weni­ger du ihn ver­un­rei­nigst, (sau­be­re Hän­de, am bes­ten trägst du Hand­schu­he wenn du den Kno­ten bin­dest) des­to schö­ner kann er wer­den. Eine Anlei­tung bie­tet die­ses Video.

 

 

Es gibt noch wei­te­re Lösun­gen mit denen du Kris­tal­le züch­ten kannst, zum Bei­spiel Kup­fer­sul­fat. Kup­fer­sul­fat hat eine fan­tas­ti­sche blaue Far­be. Die­se Flüs­sig­keit wür­de ich dann aber wirk­lich in die Alt­stoff­samm­lung geben, da sie sehr kon­zen­triert ist.

Fehlversuch und doch gelungen. Kupfersulfatkristalle
Vie­le klei­ne Par­al­lel­pipe­de (Spat) aus Kupfersulfat

Kristalle aus Zucker züchten

Hier habe ich für dich ein pas­sen­des You­tube Video gefun­den. Die Zucker­kör­ner am Stick, sind die Impf­kris­tal­le. Durch sie ist es mög­lich, dass die Kris­tal­le halt fin­den, und wach­sen kön­nen. Die Lösung soll­te siru­par­tig sein, sonst war­test du ein Jahr­hun­dert bis sich da was tut;)

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