Elefantitis durch ein Mineral? Geschichte einer mysteriösen Krankheit

Elefantitis durch ein Mineral? Geschichte einer mysteriösen Krankheit

Hast du schon von Ele­fan­ti­tis gehört? Die Welt­ge­sund­heits­be­hör­de schätzt, dass 40 Mil­lio­nen Men­schen welt­weit betrof­fen sind.

Ver­ur­sacht wird die Krank­heit durch Wür­mer, die von Mos­ki­tos über­tra­gen wer­den. Die win­den­den Tier­chen nis­ten sich ein, und wach­sen zu gro­ßen Bäl­len in den Lymph­kno­ten her­an. Dabei deh­nen sich die Drü­sen aus, und der Abfluss der Lympf­flüs­sig­keit ist blo­ckiert. Die Flüs­sig­keit sam­melt sich, die Glied­ma­ßen schwel­len an, und wach­sen zu unglaub­lich hef­ti­gen Ver­for­mun­gen her­an. Im Lau­fe der Zeit kön­nen sich Geschwü­re bil­den, und im schlimms­ten Fall ver­fau­len die betrof­fe­nen Körperteile.

2015 kam es zu einem mys­te­riö­sen Aus­bruch der Erkran­kung. In Ugan­da, Kam­wen­ge, erkrank­ten 53 Men­schen dar­an. Im Blut­test konn­te man aber kei­ne Infek­ti­on fest­stel­len. Unty­pisch war auch, dass die Betrof­fe­nen nicht in den Tro­pen leb­ten, son­dern auf  4000 Meter Höhe, und dort ihre Fel­der bear­bei­te­ten. Sol­che kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen sind nichts für eine Moskitoseele.

Was war also die Ursache für die geschwollenen Beine?

Vie­le der Betrof­fe­nen lit­ten schon seit den 80-er Jah­ren an geschwol­le­nen Bei­nen, und muss­ten irgend­wie damit klar kom­men. Natür­lich behin­der­ten die defor­mier­ten Bei­ne furcht­bar bei der Arbeit, aber noch schlim­mer! So eine Erkran­kung führt zur sozia­len Aus­gren­zung. Die ande­ren sehen die Krank­heit als gött­li­che Stra­fe, anstatt Hil­fe und Mit­ge­fühl, bekom­men die Betrof­fe­nen zusätz­lich Spott und Hohn.

  1. Bei der Ele­fan­ti­tis in Ugan­da waren die Sym­pto­me dies­mal ein wenig anders. Nor­ma­ler­wei­se ist ein ein­zi­ges Bein geschwol­len, bei den meis­ten waren bei­de Bei­ne prall wie Krapfen.
  2. Ein typi­sches und häu­fig ver­brei­te­tes Sym­ptom bei einer Ele­fan­ti­tis, der geschwol­le­ne Hoden­sack. Wir reden nicht von einer klei­nen Schwel­lung, son­dern von wirk­lich extre­men Aus­ma­ßen. Der Hoden schwillt so hef­tig an, sodass er mit einem Schub­kar­ren trans­por­tiert wer­den muss. In Ugan­da war ledig­lich eine Per­son betroffen.

Die Lösung lag im Boden

Es han­del­te sich um eine ähn­li­che Krank­heit, die aber nicht von sum­men­den Mos­ki­tos über­tra­gen wird. Die Ursa­che befin­det sich im Boden.

Die Krank­heit nennt sich Podo­co­nio­se. Welt­weit sind 4 Mil­lio­nen Men­schen betrof­fen und sie ist der Welt­ge­sund­heits­be­hör­de bekannt. Die Leid­tra­gen­den waren Bau­ern, die ihre Fel­der in vul­ka­ni­scher Erde bebau­ten. In die­sen fin­den sich win­zig klei­ne, alka­li­sche Mine­ral­kris­tal­le. Die Bau­ern gin­gen bar­fuß und die Kris­tal­le bohr­ten sich wie Mikro­na­deln in die Fuß­soh­len. Zuerst kommt es zu hef­ti­gen Juck­reiz, dann wer­den die wei­ßen Blut­kör­per­chen ange­grif­fen und der Kör­per reagiert mit Ent­zün­dun­gen. Es ent­ste­hen näs­sen­de Wun­den und fibrö­ses Gewebe.

Wie lebens­wich­tig Schu­he sind, merkt man erst, wenn man Sto­ries wie die­se hört!

Die betrof­fe­nen Land­wir­te sind so mit­tel­los, sodass sie sich kei­ne Schu­he leis­ten kön­nen. Nach der Arbeit die Füße gründ­lich waschen, hät­te die Gefahr redu­ziert und Sym­pto­me gelin­dert, aber man wuss­te ja nichts von dem eigent­li­chen Aus­lö­ser. Zum Glück kön­nen vie­le Betrof­fe­ne nach­träg­lich behan­delt wer­den und mit der rich­ti­gen Pfle­ge wie­der zu einem Nor­mal­zu­stand gelangen.

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