Der Kirschblütenstein

Der Kirschblütenstein

Jedes Jahr wird in Japan das soge­nann­te Kirsch­blü­ten­fest, Hana­mi gefei­ert.  Über­setzt bedeu­tet es „Blü­ten betrach­ten“ .  Heu­te schau­en wir uns eine ganz beson­de­re Blu­me der Mine­ra­lo­gie an, den Kirschblütenstein.

Japans Kirschblütenstein

Sobald das stäb­chen­för­mi­ge Mine­ral auf­ge­bro­chen wird, erkennst du auf den ers­ten Blick, wes­halb es die­sen Namen trägt. Sein inne­rer Quer­schnitt zeigt  eine win­zi­ge schim­mern­de gold­ro­sa Blü­te, die aus Mus­ko­vit Glim­mer besteht. Die mine­ra­lo­gi­sche Beson­der­heit fin­det man nur in Japan und stammt aus Kame­o­ka, in der Nähe Kyo­tos. Er ist eine klei­ne und sehr emp­find­li­che Rari­tät. Der Kirsch­blü­ten­stein kann sehr leicht gespal­ten wer­den und es reicht bereits ein wenig Druck um ihn zu zer­stö­ren.  Aus die­sem Grund wird er oft noch vor Ort ‚mit Was­ser ver­dünn­ten Holz­leim ‚sta­bi­li­siert, um sei­ne Schön­heit zu bewahren.

Weshalb ist der Kirschblütenstein so selten?

Das Mine­ral durch­läuft zwei spe­zi­fi­sche Arten von Meta­mor­pho­sen. Gebet­tet in Horn­fels, dass vor 100 Mil­lio­nen Jah­ren aus Lava ent­stand, wur­den die klei­nen Kris­tal­le bestehend aus Cor­die­rit-India­lit von einer hei­ßen Flüs­sig­keit umspült.  In der Mit­te befand sich das India­lit von dem der Cor­die­rit hexa­go­nal aus­strahl­te. Die Flüs­sig­keit änder­te die ursprüng­li­che che­mi­sche Zusam­men­set­zung.  Dad Cor­die­rit wur­de mit Glim­mer ersetzt.  So eine spe­zi­fi­sche Wachs­tums­be­din­gung wur­de bis jetzt nur in Japan nachgewiesen.

Die hexa­go­na­le strah­len­för­mi­ge Form, fin­det sich übri­gens auch bei ande­ren Mine­ra­li­en. Das strah­len­för­mi­ge Wachs­tum wird als Tra­pich bezeichnet.

Was ist ein Trapich, Namensherkunft?

Der Kirsch­blü­ten­stein sieht ein wenig wie eine Blü­te oder eben auch Stern aus. Von sei­nem Mit­tel­punkt gehen sechs Strah­len aus. Der Wortur­sprung lei­tet sich von “tra­pi­che” (aus­ge­spro­chen tra. PEE.che)  ab und kommt aus dem Spa­ni­schen. Die ers­ten Mine­ra­le, mit einem Stern­för­mi­gen Aus­se­hen wur­den in Kolum­bi­en ent­deckt. Es waren Sma­rag­de, die die­se Wachs­tums­form zeig­ten. Die Ent­de­cker erin­ner­te das Aus­se­hen an eine Maschi­ne, die oft vor Ort ver­wen­det wird, mit dem Namen Tra­pi­che. Dabei han­delt es sich um ein Rad mit dem Zucker­rohr gequetscht und auf­ge­spal­ten wird.

Hier siehst du die Maschi­ne in Akti­on. Ab Minu­te 05:13 kannst du dich von der Ähn­lich­keit überzeugen.

Die Tra­pi­che Form kommt nicht nur bei Sma­rag­den und dem Kirsch­blü­ten­stein vor, auch bei eini­gen Edel­stei­nen wie Saphir, Rubin, Turma­lin, Gra­nat kann man das strah­len­för­mi­ge Mus­ter sehen. Der Chi­as­to­lith, wie der Kirsch­blü­ten­stein wach­sen immer in Trapichform.

Kreuzstein
Chi­as­to­lith ein Trapich

Tra­pi­che sind nicht immer ganz aus­ge­bil­det und kön­nen sehr emp­find­lich sein. Meis­tens wer­den sie sta­bi­li­siert. Gera­de da sie sehr sel­ten vor­kom­men, erzie­len sie oft hohe Prei­se und wer­den auch ger­ne gefälscht.

Sakura im Hier und Jetzt

Die Kirsch­blü­te (saku­ra) steht syn­onym für Schön­heit und die Ver­gäng­lich­keit der Din­ge. Kirsch­blü­ten blü­hen nur weni­ge Tage im Jahr, wäh­rend der Kirsch­blü­ten­stein Mil­lio­nen Jah­re benö­tigt, zu einer Blu­me in Stein zu wer­den. Eine unacht­sa­me Bewe­gung genügt, um ihn für immer zu zerstören.

Die Ver­gäng­lich­keit der Din­ge eben. Daher ist es gut einen Moment inne zu hal­ten und im Hier und Jetzt zu sein.

Kirschblütenstein Japan
Neun  zier­li­che Kirsch­blü­ten­stei­ne. Durch­mes­ser 5–6mm



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