Pyrit das Feuer

Pyrit das Feuer

Heu­te ist es so ein­fach, Feu­er zu erzeu­gen. Du nimmst das Feu­er­zeug aus der Tasche, drehst das Rad, Fun­ken flie­gen auf, und schon ist die Flam­me vor dei­nen Augen.

Lan­ge Zeit war es Arbeit einen Fun­ken in Feu­er zu ver­wan­deln. Bereits in prä­his­to­ri­schen Grä­bern fand man Pyrit­knol­len, die ver­mut­lich zur Feu­er­er­zeu­gung ver­wen­det wur­den. Zusam­men mit Flint (Feu­er­stein) kann man damit Fun­ken schlagen.

Verwendung von Pyrit wird erklärt.
Flint und Pyrit, das ers­te Feu­er­zeug der Menschheit

Die Römer kul­ti­vier­ten die­se Metho­de und ersetz­ten Flint mit einem Feu­er­schlä­ger aus hoch­wer­ti­gem Stahl. Für einen römi­schen Sol­da­ten war es selbst­ver­ständ­lich ein Stück Pyrit und einen Feu­er­schlä­ger, dabei zu haben. Der Feu­er­schlä­ger sieht wie ein Schlag­ring aus. Der Pyrit wird an ihm, ent­lang der Kan­te, geschla­gen. Mit einem Zun­der, meist aus Bir­ken­schwamm, konn­te so Feu­er ent­zün­det werden.

Weshalb benötigte man Pyrit, um Feuer zu erzeugen?

Das liegt dar­an, dass in Pyrit, Metall-Schwe­fel­ver­bin­dun­gen sind. Die­se wer­den durch das schnel­le Schla­gen akti­viert und in ther­mi­sche Ener­gie umgewandelt.

Flint auf Flint geschlagen, kann kein Feuer erzeugen.

Falls sicht­ba­re Fun­ken ent­ste­hen, han­delt es sich um eine Licht­erschei­nung (Ther­mo­lu­mi­nes­zenz), aber kein Zünd­fun­ke. Den glei­chen Effekt kannst du mit Trau­ben­zu­cker, oder Kan­dis­zu­cker beob­ach­ten. Wenn du den Zucker im Dun­keln zer­brichst, leuch­tet er an den Bruch­kan­ten bläu­lich auf.

Pyrit trägt das Feu­er bereits in sei­nem Namen. “Pyri­tes lithos”, über­setzt “Feu­er” und “Stein”.

Der Zünd­stein in unse­rem Feu­er­zeug besteht inzwi­schen aus einer beson­de­ren Metall­le­gie­rung, soge­nann­ten Cerei­sen. Cerei­sen, oder auch Auer­me­tall, benannt nach sei­nem Wie­ner Erfin­der Carl Frei­herr Auer von Wels­bach. Er war lan­ge Zeit auf dem 20 Schil­ling Schein abgebildet.

Pyrit der zündende Funke

  • Als ich im Wie­ner Welt­mu­se­um schmö­ker­te, lan­de­te ich in der Jagd- und Rüst­kam­mer. Ich sah mir die Ver­zie­rung einer Schuss­waf­fe (Rad­schloss­büch­se) genau­er an, und dabei viel mir die Beschrif­tung auf. Um die Waf­fe zu zün­den, wur­de Pyrit ver­wen­det, auch Schwe­fel­kies genannt. Die Tech­nik die­ser Schuss­waf­fen war der Vor­läu­fer unse­res Feuerzeugs.
Pyritknollen wurden mit einem Feuerschläger oder Flint verwendet.
Pyrit besteht aus Eisen und Schwefel.

Pyrit in der Industrie

  • Das Mine­ral kann nicht nur Feu­er ent­fa­chen. Bis heu­te wird er für die Schwe­fel­säu­re­ge­win­nung ver­wen­det. Immer­hin, gan­ze 10 Pro­zent der För­de­rung, wer­den aus Pyrit gewon­nen. 2004 betrug die Welt­pro­duk­ti­on 180 Mil­lio­nen Ton­nen, und der Bedarf steigt.

Indem der Pyrit gerös­tet wird, kön­nen Schwe­fel- und Eisen­sul­fi­de von­ein­an­der getrennt wer­den. Schwe­fel­säu­re ist einer der wich­tigs­ten che­mi­schen Basis­stof­fe der Indus­trie. Für die Her­stel­lung von Dün­ger, Kunst­stoff, Wasch­mit­tel, ande­re Säu­ren, Lebens­mit­tel, Medi­ka­men­te und zahl­rei­che ande­re Stof­fe. Schwe­fel­säu­re wird in der Elek­tro­nik, Was­ser­auf­be­rei­tung, Glas, Farb, Papier, Kunst­stoff und Tex­til­in­dus­trie ange­wen­det. Auch das Eisen wird ver­wer­tet, vor allem für die Stahlindustrie.

Pyrit in der Forschung

  • Auch, um Ölvor­kom­men auf­zu­spü­ren, spielt Pyrit eine Rol­le. Pyrit­vor­kom­men bedeu­ten, che­misch redu­zier­te Bedin­gun­gen im Sedi­ment. Dadurch, ist eine Kon­ser­vie­rung orga­ni­schen Koh­len­stoffs, Tier- und Pflan­zen­res­te, erst möglich.

Pyrit und Energie

  • In der Zukunft wird Pyrit für uns eine her­aus­ra­gen­de Rol­le spie­len, und zwar in Berei­chen der Nano­tech­no­lo­gie und Ener­gie­um­wand­lung. Den Ener­gie­be­darf der Mensch­heit zu decken wird in den nächs­ten 50 Jah­ren eines unse­rer größ­ten Pro­ble­me sein. Eine mög­li­che Lösung ist der Zugriff auf die Son­nen­en­er­gie. Dafür wer­den gegen­wär­tig Solar­zel­len auf Sili­zi­um­ba­sis her­ge­stellt, die aber sehr teu­er sind. Als mög­li­cher Ersatz kommt Pyrit infra­ge, denn es absor­biert 100-mal mehr Licht, als Sili­zi­um. Pyrit soll ver­flüs­sigt wer­den, um es auf Kol­lek­to­ren zu sprü­hen, so wie man Far­be mit einer Spray­do­se auf­bringt. Gegen­wär­tig wird dar­an geforscht, die­se Metho­de umzusetzen.
  • Um Ener­gie zu spa­ren, wird Pyrit auch zur Ener­gie­spei­che­rung ein­ge­setzt. Die aus Pyrit gewon­ne­ne Schwe­fel­säu­re wird in Auto­bat­te­rien benö­tigt. In den leis­tungs­fä­hi­ge­ren Lithi­um­bat­te­rien ist Pyrit die Katho­de (posi­ti­ve Ener­gie), wäh­rend das Lithi­um­me­tall die Anode (nega­ti­ve Ener­gie) ist. Zur­zeit sind die­se Bat­te­rien noch nicht wie­der­auf­lad­bar. In Zukunft soll sich das ändern.

Pyrit, Schwefelsäure, Umwelt

Die Pyrit­ge­win­nung kann aber auch nega­ti­ve Fol­gen ent­fal­ten, vor allem wenn es ver­brannt wird. Pyrit ist in vie­len Gestei­nen ent­hal­ten. So wur­de frü­her aus Schwarz­schie­fer, und den dar­in ent­hal­te­nen Pyrit, Alaun gewon­nen. Bei der Ver­bren­nung wird Schwe­fel­di­oxid frei­ge­setzt. Da auch Braun- und Stein­koh­le Pyrit ent­hal­ten, gelangt bei der Ver­bren­nung das Schwe­fel­di­oxid in die Atmo­sphä­re. Dadurch ent­steht ein nicht uner­heb­li­cher Teil  “sau­rer Regen”. Stein- und Braun­koh­le­kraft­wer­ke müs­sen seit den 1980er Jah­ren über eine Rauch­gas­ent­schwe­fe­lung ver­fü­gen, um die Belas­tung zu reduzieren.

Am Ende, zurück zum Anfang!

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Ach ja, und bevor ich es ver­ges­se, das nächs­te Mal geht es dar­um, wie Pyrit zu sei­nem Namen “Nar­ren­gold”, oder auch “Kat­zen­gold” kam. Zusätz­lich wirst du nar­ren­si­cher gemacht, indem du lernst, wie man Pyrit und Gold mit ein­fa­chen Mit­teln unter­schei­det.

zusätz­li­che Quellen:

https://www.americanscientist.org/article/the-many-faces-of-fools-gold

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