Der Hobbit. Trendsetter Zwerg

Der Hobbit. Trendsetter Zwerg

Letz­tes Mal war Thran­duil, der Elben­kö­nig von Düs­ter­wald genaue­res

Betrach­tungs­ob­jekt, dies­mal kon­zen­trie­ren wir uns auf die star­ken Män­ner in Miniatur.

Die Zwerge

Wir schau­en ihnen dies­mal auf den Bart! Ich behaup­te, sie brau­chen län­ger für ihre Kos­me­tik vor dem Spie­gel als die meis­ten Frau­en. Allei­ne das Flech­ten der Bär­te und Haa­re nimmt ganz schön Zeit in Anspruch. Zuerst die Haar­wä­sche und Poma­de, dann das Anle­gen von  Bart­per­len, Ohr­klem­men und Fin­ger­rin­gen. Eitel­keit hat also einen Namen- Nori, Fili, Dori, Bof­ur, Gloin, Dwa­lin, Tho­rin , Balin, Oin, Bom­bur, Bifur, Ori und Kili.

Bevor die Serie Vikings und zahl­rei­che Fil­me uns mit wun­der­ba­ren Flecht­fri­su­ren und lan­gen Bär­ten bei Män­nern ein­deck­ten, hat bereits “der Hob­bit” Maß­stä­be gesetzt. Ich behaup­te, die Zwer­ge waren es! Sie sind die wah­ren Trendsetter!

Fin­dest du nicht auch, dass das Kos­tüm der Zwer­ge stark an die Ger­ma­nen erin­nert? Ich sehe vor mir Aste­rix und Obelix, aber auch die Wikin­ger bli­cken mir entgegen.

Aber sahen Kelten und Wikinger echt so aus?

Wurden die Haare lang getragen und die Bärte geflochten?

Von den Ger­ma­nen ist bekannt, dass zahl­rei­che Stäm­me die Haa­re lang tru­gen. Lan­ge Haa­re gal­ten als Zei­chen der Frei­heit, oder waren ein Unter­schei­dungs­merk­mal, um sich von ande­ren Stäm­men optisch abzu­gren­zen. Beliebt war der Nodus, ein Haar­kno­ten, der über der rech­ten Schlä­fe getra­gen wur­de. Die Fri­sur war so fashion­ab­le, dass auch ande­re Stäm­me sie über­nah­men. Die Kno­ten­fri­sur war nicht nur eine Mode­er­schei­nung, son­dern hat­te zusätz­lich magi­sche Bedeu­tung. Der Haar­kno­ten soll­te Kraft und Stär­ke ver­lei­hen und stand für Unüberwindbarkeit.

End­lich lan­ge Haa­re zu haben, bedeu­te­te auch erwach­sen zu sein. Bevor der ers­te Feind nicht erle­digt war, oder ande­re her­aus­ra­gen­de Taten voll­bracht waren, durf­ten die Haa­re nicht gekürzt werden.

Wir stel­len uns die Ger­ma­nen immer mit Bart vor, und die­se Vor­stel­lung wird von Fil­men und Seri­en in unse­rer Zeit ver­tieft. Die Römer, mach­ten das auch so, wenn sie einen Ger­ma­nen, also einen “Bar­ba­ren” in Stein abbil­de­ten, tru­gen sie immer Hosen und waren bär­tig und lang­haa­rig dar­ge­stellt. Das hat­te den Zweck, dass man natür­lich sofort wuss­te–  das sind die Bösen- die Fein­de. Es war eine sym­bo­li­sche Dar­stel­lung und es war völ­lig, egal ob die­ses Bild stimm­te, oder eben nicht.

Die Vor­stel­lung stimm­te, sagen wir, nur begrenzt. In Kriegs­zei­ten tru­gen die Ger­ma­nen lan­ge Haa­re und die Römer tra­fen meis­tens nur dann auf sie, wenn es krach­te. Im All­tag rasier­ten sich die Ger­ma­nen, genau­so wie die Römer, und färb­ten sich die Haa­re, Frau­en wie Män­ner. Bis auf die Lan­go­bar­den- das steckt der Bart schon im Namen.

Kommen wir kurz zu den Kelten:

Sie hat­ten kür­ze­re Haa­re, die strup­pig, wie bei einem Satyr wirk­ten. Dafür wur­de extra Kalk­lau­ge hin­ein gerie­ben. Die Kel­ten ver­stärk­ten damit ihre natür­li­che blon­de Haar­mäh­ne. Der grie­chi­sche Geschichts­schrei­ber Diodor beschrieb, dass sich die Kel­ten den Bart rasier­ten, oder eben nicht.  Ein lan­ger Bart konn­te ziem­lich unprak­tisch sein, da es ein Sta­tus­sym­bol war, wur­de das ger­ne in Kauf genommen.

Die Vor­neh­men rasier­ten die Wan­gen glatt, las­sen aber den Schnurr­bart lang her­ab­wach­sen, so daß ihr Mund ver­deckt ist. Wenn sie essen, hängt ihnen der Schnurr­bart in die Speis.’

Wikingerstyle

Wirk­lich beliebt war der Bart bei den Wikin­gern. Wäh­rend in West­skan­di­na­vi­en,  so rund um Däne­mark, die meis­ten rot­haa­rig waren, domi­nier­te in Nord­skan­di­na­vi­en, so rund um Stock­holm, die Haar­far­be blond.

Die Wikin­ger sahen uns phy­sisch sehr ähn­lich. Die Män­ner waren im Schnitt um 8–10 cm klei­ner und über­aus gepflegt. Ein­mal die Woche wur­de fix geba­det, es gab sogar einen extra ein­ge­räum­ten Bade­tag. Kos­me­tik­ar­ti­kel wie Zahn­sto­cher, Ohren­stäb­chen und Pin­zet­ten wur­den ver­wen­det. Um jün­ger und attrak­ti­ver zu wir­ken, tru­gen auch Män­ner, Make-up auf.

  • Nichts ging über den Haar­kamm! Er war immer dabei. Der Wikin­ger strich sich ger­ne damit durchs Haar, so sah er immer ordent­lich und adrett aus, und unlieb­sa­me Tier­chen wur­den gleich mit beseitigt.

  • Bei den Eng­li­schen Fräu­leins, ver­schaff­te die gro­ße Rein­lich­keit den Wikin­gern fan­tas­ti­sche Chan­cen. Tadel­lo­se Klei­dung, gepfleg­tes Haar und frisch gewa­schen, ver­ström­ten die Wikin­ger einen betö­ren­den Duft.
  • Der Schnurr­bart run­de­te den Wikin­gerstyle ab. Die Bär­te wur­den lang oder kurz getra­gen, beson­ders gestutzt und poma­di­siert, damit sie die Form behielten.
  • Vie­le tru­gen die Kopf­haa­re vor­ne lang und hin­ten kurz. Der Nacken wur­de rasiert.
  • Bart­per­len? Fehl­an­zei­ge! Es han­delt sich um ein ästhe­ti­sches i‑Tüpfelchen aus unse­rer Zeit.
  • Ohr­klem­men? Auch die gab es nicht!
  • Und die gefloch­te­nen Bär­te? Waren auch nicht üblich!
  • Wie die Zwer­ge, hat­ten auch die Ger­ma­nen eine gro­ße Vor­lie­be für Gold, und alle Ger­ma­nen­stäm­me lieb­ten Schmuck!

Wer es sich leis­ten konn­te, ver­schö­ner­te sich mit Arm­rei­fen, Amu­let­te, Hals­rin­ge, soge­nann­te Tor­ques, Per­len aus Glas und Bern­stein, Gür­tel­plat­ten und Klei­der­schnal­len (Fibeln) aus mas­si­vem Gold und Sil­ber. Deko­ra­ti­ve Ein­la­gen wur­den aus Bern­stein und Koral­le her­ge­stellt, spä­ter auch aus Email­le. Für die weni­ger Pri­vi­le­gier­ten gab es Schmuck aus Bron­ze und Eisen.

  • Ohr­schmuck gab es sehr wenig. Bis jetzt fand man ein­fa­che Rin­ge und ein beson­de­res Schmuck­mo­dell, das über der gan­zen Ohr­mu­schel getra­gen wird.

Wie du siehst, die Zwer­ge sind wirk­li­che Trend­set­ter unse­rer Zeit.

Der jähr­li­che Bart­con­test zeigt die Mode­trends der kom­men­den Jah­re;) Scherzchen

Ein ech­ter Trend für manch bär­ti­gen Mann, die­se Metall-Zylin­der­per­len.  Im Video wird gezeigt, wie man sie anlegt. Ein soge­nann­tes Zwer­gen­bart­tu­to­ri­al. Der Bart ist übri­gens per­fekt gestutzt;)

 

 

 

 

 

 

 

  • Quel­len:

Film­tri­lo­gie

  • Peter Jack­son. Der Hob­bit: Eine uner­war­te­te Rei­se (2012 NZ, USA)
  • Peter Jack­son. Der Hob­bit: Smaugs Ein­öde (2013 NZ, USA)
  • Peter Jack­son. Der Hob­bit: Die Schlacht der fünf Heere(2014 NZ, USA)
  •  TC: 2:03:50
  • Eri­ka Thiel.Geschichte des Kos­tüms. Die euro­päi­sche Mode von den Anfän­gen bis zur Gegen­wart (2004 Berlin)
  • Die Hen­kelat­ta­schen des Bron­ze­kes­sels von Mušov
    und das anti­ke Ger­ma­nen­bild (Kat. 3; Taf. 33) unter: http://www.austriaca.at/0xc1aa5576%200x0006e1bf.pdf (auf­ge­ru­fen am 18.8.2018)
  • The offi­cial tou­rism site of den­mark. Unter: https://www.visitdenmark.de/de/daenemark/geschichte/die-wikinger-fakten-und-mythen (auf­ge­ru­fen am 19.8.2018)
  • Pera Peris- Haus der His­to­rie. Unter:https://www.peraperis.com/blog/historischer-schmuck/der-schmuck-der-wikinger.html (auf­ge­ru­fen am 19.8.2018)

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