Der Hobbit. Thranduil und das Sternenlicht

Der Hobbit. Thranduil und das Sternenlicht

Die Blog­ge­rin C.A. Sólveig Freysdót­tir hat den Wunsch geäu­ßert, dass ich mir die Schmuck­stü­cke von Thand­ruil, aus der Film­tri­lo­gie, der Hob­bit, genau­er ansehe.

Dann mache ich das mal!

Falls du die Fil­me von Peter Jack­son, Herr der Rin­ge und der Hob­bit nicht gese­hen hast, kannst du dir die Trai­ler im Link ger­ne anse­hen. Sieh es als Kurz­film, zusam­men machen sie fast 22 min. aus;)

Zusammenfassung: der Hobbit im Turbodurchlauf erklärt

Ein Hau­fen Zwer­ge und ein Hob­bit, machen sich auf den Weg, um den Arken­stein in die Fin­ger zu bekom­men. Der Arken­stein befin­det sich in einem Berg, der frü­her das König­reich der Zwer­ge war. Ein Dra­che nahm den Berg und die dar­in ent­hal­te­nen Schät­ze, in Besitz.

Der Arken­stein stellt das Herz­stück des Ber­ges dar. Er sym­bo­li­siert die Legi­ti­ma­ti­on für Tho­rin Eichen­schild Herr­schaft über die Zwer­ge. Solan­ge ihm der Arken­steins nicht gehört, hat Tho­rin auch kein Anrecht auf sein Reich. Nun soll der Hob­bit Bil­bo, als “Meis­ter­dieb”, ihm hel­fen, den Arken­stein zurück zu bekom­men. Zusam­men mit einem Hau­fen Zwer­ge geht das gefähr­li­che Aben­teu­er los.

Wer ist Thranduil?

Thran­duil, gespielt von Lee Pace, ist ein Elben­kö­nig und Vater von Lego­las. Er hat schon etli­che Jahr­hun­der­te auf dem Buckel und zahl­rei­che Schlach­ten geschla­gen. Inzwi­schen kon­zen­triert er sich auf sein Reich und möch­te sich aus frem­den Ange­le­gen­hei­ten her­aus­hal­ten. Außer, wenn es um Dia­man­ten geht. Er ist beses­sen von ihnen. In der erwei­ter­ten Ver­si­on von „der Hob­bit“ sieht man, wie die Freund­schaft zwi­schen dem Zwer­gen­kö­nig (Vater von Tho­rin) und Thran­duil zer­bricht. Eine Schatz­tru­he mit Dia­man­ten ent­zweit die Freund­schaft der Zwer­ge und Elben.

Ohne die­se Vor­ge­schich­te, ist die Feind­schaft zwi­schen Elben und Zwer­gen kaum zu ver­ste­hen, daher ist es scha­de, dass die­se Sze­ne her­aus­ge­nom­men wurde.

Dia­man­ten sind für Thran­duil und die Elben mehr als glit­zern­de Stei­ne! Sie sym­bo­li­sie­ren das Ster­nen- und Mond­licht. Es wer­den eige­ne Fes­te zu Ehren von Mond und Ster­nen gefei­ert, wie die Wal­del­bin Tau­ri­el dem Zwerg Kili erzählt. Beson­ders die Dia­man­ten aus dem Berg der Zwer­ge, Ere­bor, inter­es­sie­ren Thran­duil. Es sind Erb­stü­cke, und er schreckt auch vor Krieg nicht zurück, um sie wie­der zu bekom­men. Als die Zwer­ge den Berg zurück­er­obern, will auch er sei­nen Anteil an der Beute.

Thranduils Schmuck

Sei­ne Vor­lie­be für das Mond­licht drückt sich auch an den Schmuck­stü­cken aus, die er am Kör­per trägt. Din­ge die ihm viel bedeu­ten, fin­den sich in Form von Schmuck­stü­cken wie­der, und cha­rak­te­ri­sie­ren ihn.

Tran­duil trägt Rin­ge an der Hand, eine Bro­sche am Hals und eine Art Kro­ne.

Nah­auf­nah­me von Thran­duils Ring mit gefass­tem Opalith

Der Hobbit, Thranduil und das Sternenlicht

Als der Zwer­gen­kö­nig Tho­rin und sei­ne Gefolg­schaft von den Elben gefan­gen genom­men wird, wird er zu Thran­duil gebracht.

Um die Span­nung bei dir zu stei­gern, lenkt die Kame­ra zuerst auf die Hand mit den Rin­gen. Das Gesicht wird noch nicht gezeigt. Ein gro­ßer Ring mit einer Ast – und Geweih ähn­li­chen Krap­pen­fas­sung umschließt einen Stein. Ver­mut­lich soll es einen Dia­man­ten, oder Mond­stein dar­stel­len, da Thran­duil so dafür brennt. Für mich sieht der Schmuck­stein nach einem Opa­lith aus. Opa­lith wird als syn­the­ti­scher Edel­stein gehan­delt, ist aber ein Glas.

Im fil­mi­schen Zusam­men­hang soll der Ring auf den Mond ver­wei­sen, der für die Elben hei­lig ist.

 

Opalith ist ein synthetisches Glas und wird gerne als Mondsteinersatz verwendet.
Opa­lith. Hier siehst du den oran­gen Schim­mer sehr gut

Thran­duil liebt neben Dia­man­ten, Mond und Ster­ne, auch sein Reich, den Wald und sei­nen Elch, der ihm als Reit­tier dient. Eine geweih- und ran­ken­ähn­li­che For­men­spra­che sind in der gan­zen Welt der Elben anzu­tref­fen. Die stüt­zen­den Säu­len des Ein­gangs sind ver­floch­te­ne Bäu­me aus Stein, und der Thron ist – teils wild wach­sen­der Baum – teils Geweih.

Krone von Thranduil

Sie ist in sein Haar gesteckt und besteht aus Ästen und Herbst­blät­tern. Es ist kei­ne Kro­ne im klas­si­schen Sin­ne, son­dern mehr Haar­schmuck. Der Ver­weis über sei­ne Herr­schaft den Wald und die dar­in leben­den Wesen ist eindeutig.

Thranduils Krone aus Laub und Ästen, er ist der Herrscher des Waldes.
Die Kro­ne sym­bo­li­siert sei­ne Herr­schaft über den Wald.

Hier habe ich ein Video für dich gefun­den, in dem die Kos­tüm­bild­ner die Ent­wick­lung der Kro­ne zeigen

Der Gott des Waldes

Es ist gar nicht unwahr­schein­lich, dass die Kos­tüm­bild­ner an den kel­ti­schen Wald­gott, Cer­nun­nos, dach­ten, als sie sei­ne Gestalt ent­war­fen. Cer­nun­nos war der Hirsch- und Geweih­gott und Thran­duil hat eine gewis­se Ähn­lich­keit mit ihm.

So wie J.R.R. Tol­ki­en sich der alt­nor­di­schen Mytho­lo­gien als Stoff für die Bücher bedien­te, fin­den wir auch in, der Hob­bit, ästhe­ti­sche Ele­men­te aus ver­schie­de­nen Kul­tu­ren und Epo­chen der Mensch­heit. Zwer­ge, Elben, Hob­bits, Zau­be­rer, Men­schen, und Orks, ver­fü­gen über eine eige­ne For­men­spra­che, die sich in der Archi­tek­tur, Kos­tüm, Kör­per, und Schmuck zeigt.

Ein wei­te­res Stil­ele­ment der Elben, sind die kel­ti­schen Kno­ten, die sich auf der Klei­dung, Rüs­tung, Haar­schmuck, Archi­tek­tur und Waf­fen zeigt.

Elben und das Diadem

Moment mal, die Elben tra­gen Dia­dem? Wird ein Dia­dem nicht nur von Frau­en getragen?

Ja, genau genom­men könig­li­che Elben tra­gen Dia­dem. Das trifft auf Män­ner wie Frau­en glei­cher­ma­ßen zu. Galadri­el, die Her­rin des gol­de­nen Wal­des, Elrond aus dem Bruch­tal, und Thran­duil tra­gen eine Art Stirn­bin­de.

Thran­duil trägt eine Stirn­bin­de, ein Diadem

Grie­chisch über­setzt bedeu­tet Dia­dem genau das, Stirn­bin­de, sie dien­te dazu, die Haa­re zusam­men­zu­hal­ten. Die Stirn- bzw. Kopf­bin­de wur­de als Sie­ges­zei­chen oder im Zuge reli­giö­se Hand­lun­gen ange­legt. Bald dar­auf ent­wi­ckel­te sich dar­aus die Königs­bin­de, ein halb­mond­för­mi­ger Kopf­reif, der die Stirn­mit­te beton­te. Die uns heu­te bekann­te Kro­ne wur­de erst 324 n.Chr. von Kon­stan­tin den Gro­ßen ein­ge­führt. Das Dia­dem wur­de der könig­li­che Kopf­schmuck für Frau­en. Auch Engel wur­den im Mit­tel­al­ter ger­ne mit Dia­dem gemalt. Und Engel sind mythi­sche Wesen, die erha­ben und meis­tens unnah­bar sind, klingt irgend­wie sehr nach Elben, oder was meinst du?

Die Stirn­bin­den der Elbenkönige/in unter­schei­den sich kaum von­ein­an­der, das drückt aus, dass die Köni­ge eben­bür­tig sind. Die For­men­spra­che zeigt erneut auf die Herr­schaft des Wal­des. Goti­sche Kno­ten sind inein­an­der geschlun­gen und wir­ken organisch-lebendig.

Die Stirn­bin­de ist vor allem ein Zei­chen für uns Zuse­her, denn sie ver­weist auf die stren­ge Gesell­schafts­ord­nung der Elben. Das Reich der Elben besteht aus abso­lu­tis­ti­schen Mon­ar­chien. Der König bestimmt über Leben und Tod sei­ner Unter­ta­nen. Thran­duil bringt das sehr gut zum Aus­druck, als er Tau­ri­el, der Wal­del­bin, zu ver­ste­hen gibt, dass sie nie­mals die Gat­tin von Lego­las wer­den kann, da sie gesell­schaft­lich unter ihm und sei­nes­glei­chen steht.

Der obers­ten Elben­kas­te anzu­ge­hö­ren, ist nicht das Schlech­tes­te wür­de ich mei­nen, dafür braucht man aber das nöti­ge Zubehör.

Wie wäre es mit Elben­oh­ren für den Anfang?

Der Hob­bit hat noch mehr Schmuck zu bie­ten, ich mache mich auf die Rei­se, um euch noch wei­te­re Schät­ze zu zei­gen😉 Willst du wis­sen, was da noch alles aus dem Reich von Mit­tel­er­de auf euch zukommt? Dann wer­de Teil mei­ner Com­mu­ni­ty und ich hal­te dich auf dem Laufenden.

 

 

 

 

Quel­len:

Film­tri­lo­gie:

Peter Jack­son. Der Hob­bit: Eine uner­war­te­te Rei­se (2012 NZ, USA) TC:0:36:34

Peter Jack­son. Der Hob­bit: Smaugs Ein­öde (2013 NZ, USA) TC: 0:35:00;

Peter Jack­son. Der Hob­bit: Die Schlacht der fünf Heere(2014 NZ, USA) TC: 1:24:29

Eri­ka Thiel. Geschich­te des Kos­tüms. Die euro­päi­sche Mode von den Anfän­gen bis zur Gegen­wart (2004 Berlin)

8 Gedanken zu „Der Hobbit. Thranduil und das Sternenlicht

  1. Vie­len Dank!!! Ich freue mich total dar­über, dass du mich erhört hast 🙂 Ich stel­le es mir ziem­lich toll vor eine sol­che Figur mit Kos­tüm und Mas­ke aus­zu­stat­ten. Im Buch wird er nicht so genau beschrie­ben, man hat­te also eigent­lich viel Freiheit.

    1. wie ver­spro­chen:) super wenn ich dir damit eine Freu­de machen konn­te. In den nächs­ten Wochen wer­den wei­te­re Tei­le über der Hob­bit fol­gen. Lie­be Grüße!

  2. Die Fil­me zei­gen deut­lich das die Edel­stei­ne auf die STERNE HINDEUTEN Tau­ri­el sagt sogar im Film Die Eldar lie­ben nichts als die Sterne!

    1. Dan­ke Julie für dei­nen Hin­weis. Es geht, um die fil­mi­sche Dar­stel­lung der Edel­stei­ne die nun mal kei­ne “Edel­stei­ne” sind und schon gar kein Mond­stein, son­dern Opalith.
      Dia­man­ten wer­den übri­gens mit dem Ster­nen­licht gleich­ge­setzt, ich hof­fe ich konn­te dir mit die­ser Info helfen.
      lg

    2. Ja, sie deu­ten auf die Ster­ne hin aber die Ket­te die Thran­duil begehrt, war für sei­ne tote Frau gedacht, des­we­gen ist er auch wie ein Wahn­sin­ni­ger dahin­ter her.

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