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Kategorie: Schmuck Fakten (Seite 1 von 2)

Geschichte, Symbole, Besonderheiten

Silberschmuck wertvoll?

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als ich ehrfurchtsvoll mein erstes Stückchen Silber bearbeitete. Jedes Körnchen, das durch sägen oder feilen entstand, kehrte ich vorsichtig zusammen und gab es in einen Behälter. Sobald man täglich damit zu tun hat, gewöhnt man sich schell daran. Gerade bei Materialien, denen besonderer Wert zugesprochen wird, sollte man einmal einen genauen Blick darauf werfen. Heute geht es um Silber und Silberschmuck. Denn ist Silber wirklich so wertvoll?

Erst gestern beobachtete ich einen Jungen in der U-Bahn, der seiner Mutter von “echtem” Silber vorschwärmte und wie reich sie dadurch werden würden. Ganz ähnlich verhält es sich zur Zeit in den Medien, die neben Gold jetzt auch Silber hochjubeln und zu einer raschen Investition raten. Und ja, der Kurs ist gestiegen, aber große Gewinne mit Silber sehen dann doch ein wenig anders aus. Gerne wird dann Schmuck aus Silber gekauft, da er schnell und überall verfügbar ist, aber ist Silberschmuck wirklich so wertvoll?

Klipp und klar gesagt, Nein. Silberschmuck eignet sich nicht als Wertanlage, das gilt so gut wie für alle Schmuckstücke. Manchmal kann Schmuck (meist aus Gold) in Krisenzeiten aushelfen, aber du wirst nie wieder den Preis bekommen, den du dafür bezahlt hast. Nur in sehr seltenen Fällen sind antike Schmuckstücke wertvoll, oder können sogar den Wert steigern.

Bei Silberschmuck kannst du davon ausgehen, dass du kein Geld mehr dafür bekommst.

Zwar gilt Silber als Edelmetall, aber der Wertunterschied zeigt sich deutlich, wenn du ein Kilo reines Silber mit einem Kilo reinen Gold vergleichst.

Datum: 05.06.2019
Reines Silber 463,40      €/kg
Reines Gold 38.400,00€/kg

Tageskurse findest du hier

Gerade im Schmuckhandel sind zahlreiche Mythen über den Wert der verwendeten Materialien im Umlauf. Tragisch wird es, wenn der Käufer annimmt, das Schmuckstück würde eine Wertanlage sein und später stellt es sich dann als Flop heraus.

Silberschmuck Wiederverkauf, was mindert den Wert?

Auch wenn das Schmuckstück aus Echtsilber besteht, ist der Wert für dich, falls du vorhast das Schmuckstück wieder zu verkaufen, gleich Null.

Das lässt sich leicht erklären, denn es spielen mehrere Faktoren dabei mit:

  1. Der geringe Silberwert
  2. Silberschmuck besteht nicht nur aus Silber 
  3. Aufbereitungskosten von Bruchsilber

 

  1. Der geringe Silberwert

Dein Schmuckstück besteht normalerweise aus wenigen Gramm Silber.

Bruchsilber  Datum: 05.06.2019  
1kg 261,30€ Ankaufspreis
1g      0,26€  
10g      2,60€ Schmuckstück Wert

 

Bruchsilber ist bereits verwendetes Silber, ob in Schmuckform, Industrie oder andere Verarbeitungsreste.

Bei einem Goldschmied fallen vor allem Blech- und Drahtreste an.

Silber Reste Bruchsilber

 

  1. Silberschmuck besteht nie aus 100% Silber.

Silber, als auch Gold, werden mit anderen Metallen legiert. Legieren bedeutet, dass reines Silber mit anderen Metallen vermischt wird.

 

Weshalb wird legiert?

In erster Linie um Silber Härte zu verleihen. So soll verhindert werden, dass sich das Schmuckstück beim Tragen verformt. Silber ist ein sehr weiches Material und benötigt andere Metalle, vor allem Kupfer, um Stabilität zu erhalten.

Vielleicht ist es dir bereits passiert, dass sich dein Silberring verbogen hat. Das liegt an der geringen Härte von Silber.

Legiert wird auch, um die Farbe des Metalls zu verändern. So ist es möglich, beispielsweise Rot – oder Weißgold, herzustellen.

Kupferstangen Silbergranulat und gegossenes Silber

 

Wie viel Silber ist in deinem Schmuckstück?

Du kennst sicherlich die Einprägung 925 Silber. Diese Zahlen geben dir über den Silberanteil im Schmuck Auskunft.

Von 1000 Teilen sind 925 Teile aus reinem Silber.

Die restlichen 75 Teile bestehen normalerweise aus anderen Metallen.

Das gleiche gilt auch für 800-er Silber. 800 Teile sind reines Silber 200 Teile andere Metalle.

Silber Zusammensetzung

Nicht immer wird eine Einprägung vorgenommen. Silberdrähte müssen zum Beispiel nicht punziert werden. Auch im Kunstbereich gibt es Ausnahmeregelungen. Oft ist es gar nicht so einfach, die Punzierung anzubringen, denn bei sehr feinen, filigranen Schmuckstücken, kann so eine Einprägung schnell das Schmuckstück beschädigen.

 

Punze mit 925-er Punzierung für Silber

Eine weitere Wertminderung für deinen Silberschmuck sind:

  1. Aufbereitungskosten von Bruchsilber

Schmuckstücke aus Silber oder Gold werden nicht nur legiert, sondern auch mit anderen Materialien verarbeitet. Ob Edelsteine, Metalle, Holz, Kunststoff, all diese Fremdstoffe müssen entfernt werden. Danach wird das Silber wieder eingeschmolzen. Das erfordert alles Arbeit, Zeit und Energie und dieser Aufwand vermindert den Ankaufspreis.

Die aufwendige künstlerische Fertigung deines Schmuckstücks ist dabei völlig egal. Es wird nur das reine Metall bewertet und das bestimmt den Preis, den du dafür bekommst.

Nehmen wir an, du hast einen Ring aus 800 Silber, mit einem Silbergewicht von 10 Gramm. Du bekommst dafür gerade einmal 2,60€. Das ist nicht wirklich profitabel. Trotzdem hält sich der Mythos, dass Silberschmuck mehr wert ist als Schmuck aus Buntmetallen wie Messing oder Kupfer.

 

Weshalb ist der Silberschmuck von Gold- und Silberschmieden teurer?

Weil der Gold-und Silberschmied die Herstellungs-und Verarbeitungskosten des Metalls zahlen muss. Silber gibt es als Granulat in Blech, Rohr, oder Drahtform zu kaufen.

Zu diesen Kosten kommen die eigentlichen Fertigungskosten für das Schmuckstück, Kosten möglicherweise für ein Geschäft, einen Onlineshop, Material und Werkzeug, Marketing und eventuelle Ladenhüter. Und am Ende sollte ja auch noch etwas Gewinn übrig bleiben.

Draht aus Silber und Vierkantrohr

Wie du siehst, solltest du Silberschmuck nicht als Wertanlage ansehen. Natürlich hat es einen wunderbaren Glanz und lässt sich sehr gut verarbeiten, aber auch andere Materialien haben ihre Reize.

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Definiere Schmuck

Für mich war Schmuck immer etwas das “schmückt”, bzw. verschönert , bis ich begann genauer hinzusehen.

Und was machen die meisten, wenn wir nach einer schnellen Definition suchen? Wir googeln!

Definition Schmuck, wir wollen es genau wissen

Google sagt das, was sich mit meiner und vermutlich auch mit deiner Vorstellung  über Schmuck deckt.

Schmuck ist:„Alles, was Personen und Dinge schöner macht.“  Gleich darauf findet sich der Beispielsatz: ‚Ihr ganzer Schmuck sind ihre wundervollen Haare.‘

Moment mal! Das heißt also, dass es sich nicht nur um Ringe, Halsketten, Ohrringe und andere dingliche Schmuckstücke handelt, sondern, dass so gut wie alles Schmuck sein kann.

Weiten wir aus, als nächstes ist Wiki an der Reihe, denn auch wir wollen ein A-HA Erlebnis!

WIKI spricht: „Schmuck ist ein Ziergegenstand oder eine Maßnahme zur Verschönerung. Der Begriff hat eine weitere und eine engere Bedeutung.“

Schmuck ist also auch jede Form von Verzierung und Bemalung, um die Optik von Menschen, Dingen, und Räumen aufzuwerten.

Welcher Schmuck als “schön” empfunden wird, ist eine persönliche Präferenz, die aber zum Großteil durch gemeinsam etablierte kulturelle Vorstellungen geprägt ist. So kann Schmuck genauso durchbohrte Ohren, Lippen und Brustwarzen sein, künstlich herbeigeführte Narbenbildung (Skarifizierung), Lotusfüße, Tätowierungen, Schminke, lange Fingernägel, verzierte Kleidung, dick oder dünn, bis hin zur schönen Tapete an der Wand, oder Nippes am Kasten.

Die Definition, dass Schmuck aufwertet, ist zwar schlüssig, aber Schmuck kann noch viel mehr als nur zu verzieren und verschönern.

Begriff Schmuck. Die Wortherkunft

Das Wort Schmuck stammt vermutlich aus dem 16. Jahrhundert und entstand aus dem mittelniederdeutschen Begriff  “smuk” der so viel wie „prächtige Kleidung“ übersetzt heißt. Eine ältere Bezeichnung findet sich im jiddischen, “tsirung” ( צירונג ), darin hört man bereits das Wort “Zierrat” heraus, dass auch im Deutschen geläufig ist. Im Niederländischen heißt Schmuck “sierrad”. All diese Begriffe drücken wieder das Schmückende und Schöne aus. Aber das Wort Schmuck kann auch anders, denn es ist je nach kulturellen Gebrauch wie Licht und Schatten.

So bedeutet das Wort “Schmuck”, im US-Slang, Idiot, oder Trottel. Der Begriff leitet sich vom jiddischen Begriff “Schmock” ab.  Ein Schmock ist wieder rum ein meist unangenehmer Mann gehobener Gesellschaft oder eine Person ohne jegliche politische Überzeugung.  Der Begriff “Schmock” wurde auch im Sinne von “leeres, geschwollenes Gerede” verwendet.“

Das jüdische Wort “Schmock” wurde in den USA zu “Schmuck” und ist negativ behaftet.  Obwohl der “Schmuck Begriff” im Deutschen etymologisch mit dem US-Begriff “Schmuck” keinerlei Verbindung hat.  Im Jüdischen kann “Schmuck” übrigens noch mehr bedeuten. Dieser “Schmuck” Begriff leitet sich vermutlich vom ostjüdischen Wort “shmok” ab und bedeutet so viel wie “beschnittener Penis ” bis hin vulgär “Schwanz”. Ja, das war jetzt nicht jugendfrei:)

Schmuck, Zierrat, Ornament

Schmuck und Zierde sind auch Ornament. Es leitet sich aus dem lateinischen “ornamentum” ab und heißt “Ausrüstung”. 

Und jetzt sind wir bei einer völlig anderen Bestimmung des Schmucks, als lediglich zur Zierde, wir sind beim Kriegsinstrument.

Denn Schmuck, hat eine Vielzahl an gesellschaftlichen Aufgaben zu erfüllen. 

Schmuck kann:

1.magisch und religiös sein

Er kann Schutz- und Abwehr bieten, Fluch und Segen sein, Kraft und Mut schenken

Beispielsweise ein Talisman, der vor dem bösen  Blick schützt, oder in bestimmten Lebenslagen unterstützen soll.  Gebetsketten in verschiedenen Kulturen.

2. individuell verschönern, aber auch kulturellen Schönheitsidealen entsprechen 

Ich kaufe mir etwas, weil es mir einfach nur gefällt, um mich schöner bzw. auch besser zu fühlen. Bestimmte Haarfarbe, Schminke und körperliche Merkmale.

3. Zahlungsmittel und Kapitalanlage sein.

In Notzeiten und auf der Flucht als Kapitalanlage, aber auch als Mitgift, in Ländern in denen Frauen nicht erbberechtigt sind.

goldener Armreif

goldener Armreif, Beispiel Brautschmuck.

4.Sozial auf-oder abwerten und ausgrenzen, Zugehörigkeit oder Ausschluss sein

Indem man einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht oder Vereinigung angehört. Militärorden, studentische Verbindungen, Statussymbole um zu verdeutlichen man gehört einer wohlhabenden Gesellschaftsschicht an.

Abwertend und ausgrenzend  Einzelner, aber auch ganzer Bevölkerungsgruppen. Das Tragen von einem Ohrring im Mittelalter für Prostituierte, aufsetzen einer Schandmaske oder KZ Tätowierung am Unterarm.

Zahlenreihe tätowiert auf dem Unterarm. 140603

Unterarmtätowierung KZ Überlebender

 

5. politisches, soziales oder religiöses Bekenntnis sein

das reicht von einem SS Abzeichen, Kreuzanhänger, bis hin zu einem Red Ribbon Anstecker.  Aber auch ein Mönchsorden oder die Punkbewegung gehören dazu.

6.ein verstecktes oder offenes Kommunikationsmittel sein

wer einen Goldring am Ringfinger trägt, ist verheiratet. Schmuckstücke können Codes verbergen, die nur von Eingeweihten gelesen werden können.

7.bestimmte körperliche Attribute hervorkehren und betonen

Brustimplantate oder aufgespritzte Lippen sind Schmuck. Schmuckstücke, die bestimmte sexuell konnotierte Körperregionen betonen oder als stimulierend empfunden werden, Beispiel Intimpiercing.

8.Schmuck kann eine Waffe und Werkzeug sein

Pistolen, Schwerter, Stöcke, Behälter aber auch ein Angelhaken aus Stein bis hin zum Taschenmesser und Uhr mit Tiefenmesser,  die verziert  sind und mit Symbolen ausgestattet sind.

antike Pistole mit Verzierungen aus Elfenbein

eine antike Pistole die mit Elfenbeinintarsien verziert wurde

9.sehr persönlich sein und menschliche Beziehungen vertiefen und stärken 

ein Andenken an jemanden oder etwas, eine schöne Erinnerung an eine Reise,  ein Liebeszeichen, aber auch ein Memento Mori sein.

10. soziokulturelle Vorstellungen bekräftigen und verstärken

Beispielsweise Geschlechterrollen: Frauen tragen feine Kettchen, Männer hingegen große Ringe und Gürtelschnallen.

11. Demonstration von Macht und Status  sein

Insignien eines Königs bzw. Königin. Krone, Reichsapfel und Zepter.

12. kann bestrafen, gefügig machen oder belohnen

Branding eines Straftäters oder Sklaven und andere Verstümmelungen. Das Tragen von Ketten an Armen und Beinen. Bei Tieren, als Beispiel der Nasenring von einem Stier.

13. Besitzrechten anzeigen und logistischen Gründe haben. 

Branding eines Sklaven oder Tiers, Namenstätowierung am Körper

12. Geschichten erzählen und Menschheitsgeschichte rekonstruieren

tradierte Schmuckgeschichten und archäologische Funde. Aber auch direktes weitergeben von Geschichten am Körper. Beispiel Stammesgeschichte wird mithilfe von Körpertätowierungen bei den Maori weitergegeben.

Natürlich kommt es unter den verschiedenen Aufzählungen auch zu Überschneidungen und Mehrfachbedeutung.

Habe ich etwas vergessen? Falls ja, gib mir Bescheid und wir ergänzen das Sammelsurium.

Lotus Füße

Eine chinesische Frau die der hohen Kaste angehört mit deformierten “Lotusfüßen”. Schönheitsideal in China bis 1949.

Wie du siehst, Schmuck ist viel mehr als einfach nur schön oder eine vermeintliche Wertanlage. Schmuck bestimmt Tag um Tag unser Zusammenleben mit und begleitet uns von der ersten Sekunde unseres Lebens bis zu unserem letzten Atemzug.

Schmuck ist nicht nur Dekoration (NOD). Schmuck ist Leben und unser Leben ist Schmuck.

!LET’S TALKABOUT-SCHMUCK!

 

 

 

 

 

 

 

 

Investition Diamant- lass es!

Allein wenn ich das Wort Diamant ausspreche, vergrößern sich die Pupillen meines Gegenübers und ein ehrfurchtsvolles Zittern umspielt die Gesichtszüge.

Dann sage ich:

Fahrzeug: 20% Wertverfall direkt nach dem Kauf

Diamant:  60% Wertverfall direkt nach dem Kauf

Ups! Zuerst zeichnet sich im Gesicht der Unglaube ab, und schon kommt es zurück: Du verarscht mich doch!

Nö, schön wäre’s:) Ich erzähle hier keine Märchen, es ist wirklich so.

Wir werden verarscht im großen Stil! Nicht das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, und sicherlich nicht das letzte Mal, aber Wissen, kann vor mancher Torheit schützen.

Frauen werden wiedermal doppelt reingelegt. So war doch gerade Schmuck etwas was sie finanziell absichern sollte. Zum Glück können wir inzwischen erben, wenn es überhaupt was zum Erben gibt. Wir dürfen Arbeiten gehen, juhuuu, wenn nur noch der Lohn stimmen würde. Und ja wir dürfen sogar Land besitzen und ein eigenes Bankkonto. DAS NENNT MAN FORTSCHRITT. Viele tausende Jahre, waren Frauen nicht mehr als eine Ware, mit der, der Besitzer ob Vater, Bruder oder Ehemann machen konnte was er wollte. Für diese fantastische Behandlung, durften Frauen auch noch ihre Mitgift mit in die Ehe bringen, als Geschenk für ihren Bräutigam und seine Familie. Denn der Ballast den sie darstellte, musste entgolten werden. Oft blieb ihr nur eines, Schmuck!

Wie gesagt, die Zeiten haben sich, immerhin in zahlreichen Ländern, geändert. Was aber echt fies ist: Wir glauben weiterhin daran, dass Diamanten wertvoll und rar sind. Und es ist wirklich- nur ein Glaube! – ein System das auf Vertrauen und Glauben basiert. Wird es in den tiefsten Grundpfeilern erschüttert, wird auch unser Finanzsystem gerüttelt und geschüttelt. Das wollen wir ja nicht, oder doch? Ein Umdenken wäre ab und an nicht schlecht? Wie siehst du das?

Da ich mir keine riesige Aufklärungskampagne leisten kann, gehörst du zu den Auserwählten, die erfahren, weshalb du nicht in Diamanten investieren solltest. Du kannst sie kaufen weil sie dir gefallen, du kannst sie kaufen um dein Gegenüber zu beeindrucken, aber als Wertanlage taugen sie nun mal nichts.

Nur in einem Fall, wenn du wirklich Geld wie Heu hast und dir einen ultra- teuren Edelstein leisten kannst, das muss aber dann auch kein Diamant sein. Ultrateuer, besonders groß, rein, prachtvoll was auch immer, sagen wir in der Dimension eines Cullinan-, oder Hope Diamanten dürfte reichen.

Ich vermute mal, du gehörst nicht zu den Privilegierten- ich auch nicht! Verdammt!

Der Verlobungsring mit Diamant bringt es leider überhaupt nicht. Er gehört zur Standardware und der Markt ist sowas von gesättigt. Es sind ja alle Diamanten die je verkauft wurden weiterhin im Umlauf!  Das gemmologische Institut in den USA (GIA) schätzt, dass seit 1870 insgesamt 4,5 Milliarden Karat Diamant abgebaut wurden. Das sind genügend Diamanten, um uns alle, 7 Milliarden Erdbewohnern, mit einem halbkarätigen Standarddiamantring einzudecken.  Eine Milliarde würde sogar noch übrig bleiben.

 

Diamanten werden nicht weniger, sondern immer mehr und mehr! Außer das Diamantkartell würde auf die Idee kommen, alle Secondhanddiamantringe aufzukaufen, und sie in einer phänomenalen Aktion zu vernichten, dann könnte das Spiel von vorne los gehen. Die Zeiten sind verrückt, wer weiß!

Fangen wir von vorne an:

Sind Diamanten selten?

Antwort- Nein, sind sie nicht.

Es gibt Billiarden Tonnen Diamanten!!! Ich kann mir diese Zahl gar nicht vorstellen, aber es sind BILL-IARDEN.  Sie können zwar nicht geborgen werden, aber das ist sowieso unnötig, denn es gibt mehr als genug für alle an der Erdoberfläche.

 

Weshalb sind Diamanten dann so teuer?

  1. Perfektes Marketing
  2. Kontrollierte Warenfreigabe

Lange Zeit hatte De Beers das absolute Monopol auf den Diamanthandel. Die Geschichte ist sehr spannend und ich gehe gerne ein andermal genauer darauf ein.

De Beers bestimmte wie viele Diamanten auf den Markt durften, und kontrollierten so die Preise. Zu viele Diamanten auf einmal gefährden den Wert der Klunker, das musste De Beers mehrmals am eigenen Leib spüren. Darum ließen sie sich neben der Kontrolle des Diamantmarktes noch etwas viel Geschickteres einfallen.

Modernes  Marketing!

Sie sind die Erfinder der psychologischen Produktvermarktung. Schließlich kaufen wir ja nicht das Produkt, wie immer wieder runter gebetet wird, sondern die Emotionen und Wünsche, mit der wir das Produkt verbinden. Auch darüber wirst du ein andermal mehr erfahren;) denn, diamonds are the girls best friends, wie wir alle wissen.

Diamanten sind also:

  • nicht selten und
  • werden nicht weniger

wir glauben aber:

  • sie sind selten (Marketingalarm!!!!)
  • dass, wir sie brauchen (zur Verlobung, oder für uns selbst— Marketingalarm!!!)

Naja 60% Wertverlust, ein bisschen was bleibt ja noch übrig?

Tja wer nimmt den Ring in Pfand? Das ist das nächste Problem. Der Juwelier von dem du ihn hast, will ihn nicht mehr, und auch DeBeers möchte nicht, dass du ihn in Pfand gibst!

In Krisenzeiten decken sich die Leute gerne mit Schmuck ein, Diamanten waren auch vor dem 2.Weltkrieg begehrt. Schmuck ist in Notsituationen praktisch, er lässt sich einfach am Körper transportieren, auch Geldscheine, aber da war das Vertrauen im Argen.

Im fremden Land angekommen, benötigt man als erstes eines, um sich eine neue Existenz aufzubauen: Cash!!! Lange Menschenschlangen standen vor den Pfandgeschäften. Der Markt war schnell mit den Diamantklunkern übersättigt, die Preise fielen. Die Hoffnung die teuer erkauften Schmuckstücke in Bares umzutauschen verpuffte, wie ein Diamant der sich bei 1400 Grad in Luft auflöst.

So, jetzt bist du für die Zukunft diamantensicher!

 

 

 

Quellen:

Finlay, Victoria. Jewels: A Secret History

Raden, Aja. Stoned: Jewelry, Obsession, and How Desire Shapes the World

 

 

 

 

 

 

 

 

Wunderwaffe GriGri- Die Macht des Talismans

In “Modern part of the universal history (1781)” wird berichtet, dass der ärmste Afrikaner nicht ohne sein Gri-Gri in den Krieg ziehen konnte. Es war eine Wunderwaffe, der vor Verletzungen, Unwettern, Krankheit, Schmerzen und Unglück schützte.

Und noch besser! Es verhalf zu Ruhm und Ehren, Wohlstand, Gesundheit und ein langes Leben. Wenn das Gri-Gri nicht wirkte, war der Besitzer Schuld, da er vermutlich unmoralisch gehandelt hatte. Der Priester, der das Gri-Gri hergestellt hatte, war somit aus dem Schneider und unantastbar.

Ein Gri-Gri konnte unglaublich teuer sein, und erzielte nicht selten Preise von 3 Sklaven und 4-5 Ochsen. Die Talismane sind nicht immer ein kleiner Leder- oder Stoffbeutel, sondern können auch den ganzen Kopf- und Oberkörper bedecken. Zum Beispiel wurden Kopfbedeckungen, die wie eine Schlange, oder Echse geformt waren, getragen. Sie sollten den Träger schützten, und ihm außerordentliche Kräfte verleihen. Europäische Seemänner und Händler waren von der Macht des Talismans überzeugt. Sie dachten, dass die Afrikaner einen Pakt mit dem Teufel hätten, und es ihnen ihre Kraft verlieh.

In der Kolonialzeit, 17.-18. Jahrhundert,  kam das Gri-Gri mit den Sklaven aus Senegal und Mali nach Amerika. Der Talisman hatte eigentlich eine sehr positive Bedeutung, aber im Zusammenhang mit der Sklaverei änderte sich das. Das Gri-Gri wurde für die schwarze Magie, Voodoo, verwendet.  Die Gri-Gris wurden von den Afrikanern,  zerstückelt oder ertränkt, und auf die Gräber der Plantagenbesitzer gehängt. Ein bekanntes Beispiel für Gri-Gri Zauberei war Marie Laveau, sie war die Voodoo –Queen von New Orleans im 19. Jahrhundert. Vielleicht kommt sie dir bekannt vor, in der Serie American Horror Story wird Marie Laveau von Angela Bassett verkörpert.

Die Macht des Talismans. Wunderwaffe GriGri

Auch heute noch, werden GriGris in Afrika getragen, und zum Teil als Wunderwaffe gesehen. Die Männer in dem Video sind überzeugt, dass die GriGris sie kugelsicher und unsichtbar machen. Die GriGris sind die kleinen Säcke, die um den Hals, oder Hüfte getragen werden.

GriGri ist nicht nur die Bezeichnung eines Talismans, sondern es steht synonym für Zauberei. 

Bis heute ist das GriGri  in Afrika, Haiti, und Amerika sehr beliebt. So nutzen auch „moderne Krieger“ die Kraft des Talismans, um übernatürliche Kräfte zu erhalten.

In Senegal ist Wrestling ein Nationalsport. So wie Sportler in Europa bestimmte Rituale pflegen, zum Beispiel die Unterwäsche nicht wechseln, kein Sex vor dem Spiel, oder Powerarmbänder tragen, gibt es auch bei den senegalesischen Wrestlern zahlreiche Rituale an die man sich halten sollte. Ohne magische Vorbereitung – GriGri – , würde kein Wrestler einen Kampf beginnen. Neben der fantastischen Fotoreportage kannst du dir auch Wrestlertournierausschnitte  aus Afrika auf Youtube ansehen.

In diesem Interview berichtet ein Profiwrestler, wie wichtig ihm GriGri ist. Er trägt am Oberarm, als auch auf der Brust und Rücken, einen Talismane.

Auch magische Helfer gehen mit der Zeit, neben traditionellen GriGris, kann auch Kopf- und Halsschmuck aus Straßsteinen verwendet werden. Die GriGris sind an Oberarmen- und Schenkel befestigt. Das übergießen mit Ziegenmilch, soll negative Energien abfangen.

GriGri findet sich in jeder Bildungsschicht und greift sogar in politische Geschehnisse des Landes ein. Die Zauberei ist tief in der afrikanischen Gesellschaft  verwurzelt. Eine Studie die durchgeführt wurde, ermittelte, dass von 1300 Oberschülern insgesamt 85% einen GriGri besaßen, der Leistungen steigert, und vor Ängsten schützt.

Viele Frauen glauben daran, dass der Talisman effektiv vor einer Schwangerschaft schützt. Das liegt zum einen an fehlendem Wissen, aber auch an anderen Möglichkeiten. Neben Kräutern und sexueller Verzicht, kann nur ein GriGri helfen.

Die Zauberei geht sogar soweit, dass Leib und Leben bedroht wird. Politische Oberhäupter sind nicht selten Zauberer, die dadurch uneingeschränkte Macht über ihr Volk erhalten. Das heißt aber nicht, dass diese unantastbar sind, schließlich kann auch jemand anderer sie wiederum verhexen. Der Handel mit Vodoo ist Big Business.

Weshalb greifen die Menschen zu GriGri?

Unerklärliches oder Dinge die nicht passieren hätten sollen, können leichter akzeptiert werden. Gerade die Veränderung kultureller- und gesellschaftlicher Strukturen (Bildung, Industrialisierung, Veränderung der Familienstruktur, aber auch Konflikte…) führt zur Unsicherheit und lässt die Zauberei wieder aufblühen. Einsamkeit wird mit einem Gri-Gri bekämpft, läuft etwas im Job nicht so wie es sein sollte, wurde man verhext. Und Dinge die sich nicht erklären lassen bieten mit Gri-Gri eine Lösung.

Bestandteile eines Talismans

Heutzutage besteht der Talisman aus einem Stoffbeutel, der mit Kräutern, Ölen, Steinen, Haare und abgeschnittene Fingernägel, als auch Knochen, gefüllt werden kann. Auch Stücke von Kleidung, die mit dem Schweiß des Besitzers durchtränkt sind, und andere persönliche Gegenstände, können sich in einem GriGri befinden.

Die Gegenstände werden unter der Schirmherrschaft einer Gottheit gesammelt, um den Besitzer zu schützen, oder auch die sehnlichsten Wünsche zu erfüllen. Er soll das Böse fern halten, vor finanziellem Ruin und Besitzverlust bewahren oder, Glück in der Liebe bringen.

  • Der Talisman wird in einer Zeremonie hergestellt, beispielsweise wie es Linda erzählt hat. Neben den persönlichen Dingen spielen die 4 Elemente eine wichtige Rolle.
  1. Erde (symbolisiert durch Salz),
  2. Feuer (zum Beispiel eine brennende Kerze)
  3. Luft (Räucherwerk)
  4. Wasser

Die Anzahl der Zutaten darf die Zahl 13 nicht übersteigen, und es müssen ungerade Zahlen sein. Wenn der Talisman fertig ist, wird er nicht nur am Körper getragen, sondern auch gerne auf einem Grundstück vergraben, oder an einem Türeingang befestigt.

  • Hex Hex! Haare und abgeschnitten Fingernägel

In vielen magischen Ritualen nehmen gerade Haare und abgeschnittene Fingernägel eine besondere Rolle ein, da diese eine sehr enge persönliche Verbindung mit dem Talisman eingehen. Bereits die alten Ägypter waren davon überzeugt, dass ein Zaubertrank, der aus menschlichen Haaren und Fingernägeln besteht, eine absolute Macht über diese Person verliehen würde. Während des Zauberspruchs, kann bereits das schütteln der Haare die Magie stärken. Auch in Europa werden Haare im Volksglauben mit Stärke gleichgesetzt, und der Zauber oft an die Haare gebunden.

Berühmte Beispiele, die daran glaubten, sind Pablo Picasso aber auch der Satanist und Musikerikone, „das Tier 666“, H.C.E. Aleister Crowley. Beide versteckten ihre Haare an einem geheimen Ort, damit niemand anderer sie in die Hände bekam.

Der Maler Pablo Picasso war davon überzeugt, dass seine Haare und Fingernägel, aber auch seine getragene Kleidung göttlich wären, und von seiner schöpferischen Kraft durchdrungen.  Als Jugendlicher schrieb er bereits: ‚meine Barthaare, auch wenn sie von mir, getrennt sind, sind Götter, genau wie ich‘.

Seine abgeschnittenen Haare wurden in Seidenpapier gewickelt und aufbewahrt. Es war über Jahrhunderte üblich Fingernägel und Haare an einem sicheren Ort aufzubewahren und laut Zarathustra, seit Mitte des 15. Jahrhunderts, noch besser, sie zu vergraben.

  • Besonders mächtige Zauber benötigen weitere Zutaten wie, Blut (tierisch oder menschlich), Speichel, aber auch Urin oder Exkremente.  

Ein GriGri kann nicht nur positive Energien bündeln, sondern auch dazu verwendet werden, um jemanden zu schaden. Haare und Fingernägel sind auch für die Toten-bzw. Geisterbeschwörung (Nekromantie) und Verzauberung wichtige Bestandteile.

Nach so viel Wissen über den Zauber von Glück, Wohlstand und außergewöhnliche Kräfte, habe ich Lust bekommen einen eigenen Glücksbeutel herzustellen. Ein Verwandter des GriGri ist der Mojo Beutel. 

Es wird Zeit für ein wenig eigene Zauberei;). In 14 Tagen geht es weiter mit einer DIY- Anleitung. Damit der Wohlstand auch zu dir fliegt. – Follow me – 

Quellen:

  • Rosemary Ellen Guiley.The Encyclopedia of Magic and Alchemy (2006 USA)
  • The Modern part of an Universal History: From the earliest Accounts to the Present. Compiled from the Original Authors.Times.Vol XIV. (1781 GB)
  • Ray T. Malbrough. Charms, Spells and Formulas (1986 USA)
  • https://blackamericaweb.com/2013/11/25/little-known-black-history-fact-gris-gris (aufgerufen am: 11.7.2018)

 

Schmuckes Herz

Wenn ich durch die Innenstadt gehe, gibt es kaum ein Schmuckgeschäft, wo es sich nicht finden lässt, das Herzsymbol. Ob mit Steinen verziert oder mit Roségold galvanisiert, in Miniatur oder in beachtlicher Größe, keine Bijouterie kann darauf verzichten.

Aber war das schon immer so? Woher stammt eigentlich das Herzsymbol und warum verbinden wir damit ewige Liebe?

Inzwischen ist das Herz weltweit das Liebessymbol schlecht hin, und jeder weiß, was die Herzform zu bedeuten hat. Das Herzsymbol wurde zu einem globalen Exportschlager und ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, und, besonders als Schmuckgegenstand, sehr weit verbreitet. Wir deuten Herzen mit unseren Händen auf Fotos an (sehr beliebt in China), oder bestücken unsere virtuellen Kurznachrichten mit Herzemojis. Wir tragen Herzsymbole nah am Körper, gerne um den Hals oder Handgelenk. Unsere Kultur ist mit dem Symbol des Herzens überflutet. Es findet sich im Schriftzug großer Marken (I’m lovin it!)  auf Verpackungen von Schokolade, in amerikanischen Blockbustern wie Titanic, „das Herz des Ozeans“, in DIY–Videos und als Verzierung jeglicher Art.

Also, woher kommt dieses heutzutage unübersehbare Herzmotiv und was bedeutete es zu einer anderen Zeit?

Soweit man bis heute weiß, verwendeten die Griechen, vor über 3500 Jahren, die uns bekannte Herzform als Dekoration auf Tongefäßen und Bekleidung. Wir würden heute Herzen sehen, aber für die Griechen waren es Efeublätter (Hedera Colchica- persischer Efeu).

Ursprung Herzform und Bedeutung

Man sieht die Herzform auch bei anderen Efeuarten, wenn die Blätter noch jung sind.

Der Efeu hatte die Bedeutung der Unsterblichkeit, Treue und Liebe. Er trug auch im Winter grüne Blätter und kann bis zu 400 Jahre alt werden. Aus diesem Grund fand sich das Efeu-Herzmotiv oft auf Grabsteinen und ist heute noch zahlreich auf Friedhöfen zu finden. Der Efeu war auch dem Gott Dionysos (dem Gott des Weines und der Lebenslust) geweiht, er trug die Blätter als Kranz auf seinem Haupt. Das kam vermutlich daher, dass Wein gerne mit Efeu versetzt wurde, um den rauschartigen Effekt zu verstärken – (Vorsicht Efeu ist giftig!!!- also keine Experimente).

Griechische Brautpaare bekamen Efeuzweige bei der Zeremonie überreicht, um ihre ewig währende Verbundenheit auszudrücken. Und weil der Efeu auch eine heilige Pflanze der Musen war, wurden Dichter mit der Pflanze bekränzt. Es war also nicht nur die Trauer die der Efeu symbolisierte, sondern auch die Lebensfreude.

Im Mittelalter nahm das Herzsymbol weitere Bedeutungen ein.  Es gibt zum Beispiel eine Abbildung auf einem Wandteppich, bei der ein Ritter sein kleines rotes Herz einem Burgfräulein überreichen möchte. Für ihn, dem Minnen, war die Liebe ein absolutes Ideal. Die Liebe sollte „reinen“ Herzens sein, sozusagen platonisch-freundschaftlich und von sexuellen Bedürfnissen befreit.

Auch in der christlichen Ikonografie fand das Herz Eingang und durch einen Massenkult, der Herz-Jesu-Verehrung im 17. Jahrhundert, kam es zu zahlreichen Herzabbildungen. Den Kult begründete eine französische Schwester, die eine Vision, von Jesus mit dem flammenden Herzen, das von einer Dornenkrone umgeben war, hatte.

Nicht nur die Kirche führte zur Verbreitung, sondern auch die Unterhaltungsindustrie der damaligen Zeit. Es wurde populär Karten zu spielen, Herzbube, Dame und König waren nicht nur am Königshof gern gesehene Gäste.

Wurden damals schon Schmuckherzen getragen?

Aber ja, nur die Form als auch die Bedeutung waren nicht immer so wie wir das Herz heute sehen. Es gab zum Beispiel das Witch’s Heart (Hexenherz), leicht erkennbar an seiner besonderen Form. Die Herzspitze war meistens zur rechten Seite (aus Sicht des Betrachters) gebogen. Das Witch’s Heart war aber mehr Talisman als Liebessymbol. Es sollte vor dem bösen Blick schützen und Unheil verhindern. In Schottland wurde das gleiche Schmuckstück Luckenbooth heart genannt, und an Kinderdecken gesteckt, um die schlafenden Kleinen zu beschützen.

Es gab aber auch Herzformen die mehr an einen Tropfen, als an das heutige Herz erinnern, trotzdem ging es aber noch als Herz durch.  Beliebt war auch die Darstellung des Herzens mit einer Krone. Es symbolisierte vor allem Loyalität und war verheirateten Paaren vorbehalten.

Im Zeitraum 17-18. Jahrhundert änderte sich die Bedeutung immer mehr zu einem Symbol der Liebe zwischen zwei Menschen. Und auch das Witch’s Heart wurde uminterpretiert und plötzlich zu einem Herz, welches den Beschenkten verzaubert hatte. Es gab auch originelle Ringe wie den Gimmel Ring (lat. Gemellus – Zwilling), der gerne zur Verlobung gegeben wurde. Der Ring bestand aus Händen, die ein Herz umschlossen hielten. Die Hände konnten sich öffnen, und das Herz freilegen. Dieser Ring wurde bereits von den Römern erfunden. Er bestand aus zwei oder drei Ringen, die ineinander passten, verbunden mit einem Scharnier, und zusammengelegt einen einzigen Ring bildeten. Auch das Handmotiv als fede (mani in fede = Hände im Glauben) wurde von den Römern verwendet. Zwar war der Ring auch bei den Römern ein Verlobungs- und Ehering, hatte aber mehr eine vertragliche- als eine Liebessymbolik. Neu bei dem fede-gemme-Ring war das umschlossene Herz. Das Herz stand für Liebe, die Hände für Freundschaft, und die Krone für Loyalität.

Andere Schmuckstücke, die für ewige Liebe standen, wurden mit verschlungenen Herzen dargestellt. Verbundenheit wurde gerne mit Herzen die nebeneinander gesetzt waren, gezeigt.

Hast auch du ein Schmuckstück zu Hause mit einem Herzsymbol?

Artikel über das Herzsymbol

Quellen:

 

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