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Kategorie: Edelsteine (Seite 1 von 2)

Informationen über Edelsteine,
Geschichte, Phänomene, Unterschiede

Der Kirschblütenstein

Jedes Jahr wird in Japan das sogenannte Kirschblütenfest, Hanami gefeiert.  Übersetzt bedeutet es „Blüten betrachten“ .  Heute schauen wir uns eine ganz besondere Blume der Mineralogie an, den Kirschblütenstein.

Japans Kirschblütenstein

Sobald das stäbchenförmige Mineral aufgebrochen wird, erkennst du auf den ersten Blick, weshalb es diesen Namen trägt. Sein innerer Querschnitt zeigt  eine winzige schimmernde goldrosa Blüte, die aus Muskovit Glimmer besteht. Die mineralogische Besonderheit findet man nur in Japan und stammt aus Kameoka, in der Nähe Kyotos. Er ist eine kleine und sehr empfindliche Rarität. Der Kirschblütenstein kann sehr leicht gespalten werden und es reicht bereits ein wenig Druck um ihn zu zerstören.  Aus diesem Grund wird er oft noch vor Ort ,mit Wasser verdünnten Holzleim ,stabilisiert, um seine Schönheit zu bewahren.

Weshalb ist der Kirschblütenstein so selten?

Das Mineral durchläuft zwei spezifische Arten von Metamorphosen. Gebettet in Hornfels, dass vor 100 Millionen Jahren aus Lava entstand, wurden die kleinen Kristalle bestehend aus Cordierit-Indialit von einer heißen Flüssigkeit umspült.  In der Mitte befand sich das Indialit von dem der Cordierit hexagonal ausstrahlte. Die Flüssigkeit änderte die ursprüngliche chemische Zusammensetzung.  Dad Cordierit wurde mit Glimmer ersetzt.  So eine spezifische Wachstumsbedingung wurde bis jetzt nur in Japan nachgewiesen.

Die hexagonale strahlenförmige Form, findet sich übrigens auch bei anderen Mineralien. Das strahlenförmige Wachstum wird als Trapich bezeichnet.

Was ist ein Trapich, Namensherkunft?

Der Kirschblütenstein sieht ein wenig wie eine Blüte oder eben auch Stern aus. Von seinem Mittelpunkt gehen sechs Strahlen aus. Der Wortursprung leitet sich von “trapiche” (ausgesprochen tra. PEE.che)  ab und kommt aus dem Spanischen. Die ersten Minerale, mit einem Sternförmigen Aussehen wurden in Kolumbien entdeckt. Es waren Smaragde, die diese Wachstumsform zeigten. Die Entdecker erinnerte das Aussehen an eine Maschine, die oft vor Ort verwendet wird, mit dem Namen Trapiche. Dabei handelt es sich um ein Rad mit dem Zuckerrohr gequetscht und aufgespalten wird.

Hier siehst du die Maschine in Aktion. Ab Minute 05:13 kannst du dich von der Ähnlichkeit überzeugen.

Die Trapiche Form kommt nicht nur bei Smaragden und dem Kirschblütenstein vor, auch bei einigen Edelsteinen wie Saphir, Rubin, Turmalin, Granat kann man das strahlenförmige Muster sehen. Der Chiastolith, wie der Kirschblütenstein wachsen immer in Trapichform.

Kreuzstein

Chiastolith ein Trapich

Trapiche sind nicht immer ganz ausgebildet und können sehr empfindlich sein. Meistens werden sie stabilisiert. Gerade da sie sehr selten vorkommen, erzielen sie oft hohe Preise und werden auch gerne gefälscht.

Sakura im Hier und Jetzt

Die Kirschblüte (sakura) steht synonym für Schönheit und die Vergänglichkeit der Dinge. Kirschblüten blühen nur wenige Tage im Jahr, während der Kirschblütenstein Millionen Jahre benötigt, zu einer Blume in Stein zu werden. Eine unachtsame Bewegung genügt, um ihn für immer zu zerstören.

Die Vergänglichkeit der Dinge eben. Daher ist es gut einen Moment inne zu halten und im Hier und Jetzt zu sein.

Kirschblütenstein Japan

Neun  zierliche Kirschblütensteine. Durchmesser 5-6mm



 

Edelsteingewicht Karat. Ein Kern an Genauigkeit

Wusstest du, dass die Gewichtseinheit Karat, nach den Kernen des Johannisbrotbaum benannt wurde. Die Kerne des Baums, sollen  genau 0,2 Gramm wiegen.

Stimmt das wirklich?

Machen wir den Test.

Ein Karat (ct.) = 0,2 Gramm. Du findest die Schoten des Johannisbrotbaums sehr oft in türkischen Lebensmittelläden. Ich kann mich noch erinnern, dass ich als Kind ab und zu an einer Schote gekaut habe und dann waren sie in den meisten Geschäften nicht mehr zu finden. Anders in Wien, so gut wie jeder türkische Supermarkt hat sie im Sortiment, also auf ! zum Kauf !

Herkunft Gewichtsbezeichnung Karat

Die Maßeinheit Karat wird heute noch dazu verwendet das Gewicht von Edelsteinen zu bestimmen und das bereits seit Jahrtausenden.

Karat Bestimmung Johannisbrotbaumschoten und Diamant

Die Schoten des Johannisbrotbaums und die Geschichte der Diamanten verbindet eine lange Geschichte.

 

Karat stammt eigentlich aus dem arabischen „Charrūb“. Daraus entwickelte sich die Maßeinheiten Qīrāt und Charrūba.  Qīrāt wurde in Syrien, Algerien und Ägypten verwendet, um das Gewicht von Diamanten zu bestimmen.

Die Charrūba hingegen war ein arabisches Münzgewicht. Auch das römische Münzgewicht siliqua graeca (siliqua= Schote) gehen auf den Johannisbrotbaum zurück. Das erklärt übrigens auch, weshalb nicht nur Diamanten, sondern auch Gold in Karat angegeben wurde.

Das Karat wie wir es heute nennen, leitet sich im europäischen Sprachraum von den Griechen ab. Die Griechen sagten kerátion dazu und meinten damit die hörnchenartige Fruchthülse des Johannisbrotbaums. Schließlich leiteten die Italiener aus kerátion „carato“ und die Franzosen „le carat“ab. Wirklich standardisiert wurde die Gewichtseinheit schließlich im Jahr 1907.

Test, wie genau ist die Maßeinheit Karat wirklich?

ERGEBNIS:

Die Kerne wiegen nicht alle gleich.

Karat Kern Affenbrotbaum

Kern 1 zeigt 0,2 gr an

Kern Johannisbrotbaum Karatbestimmung

Kern 2 zeigt 0,14 gr an

Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass die Kerne des Johannisbrotbaums nicht alle das gleiche Gewicht besitzen, sondern es wie bei den Samen jedes anderen Baums zu verschiedenen Gewichten kommt.

Karat Kerne Johannisbrotbaum zugeordnet

Das verrückte dabei, alleine am Aussehen der Kerne, konnte ich ihr Gewicht zuordnen.

Ganz links befinden sich die Körner die zwischen 0,2-0,19 gr liegen.

Danach folgt 0,18 gr

der Rest sind Kerne die von 0,15-0,10 gr. reichen

Die Treffsicherheit beim Gewicht schätzen von 0,2 gr, nur anhand des Aussehens der Kerne ist ziemlich genau. Die Quote lag bei >70% laut der Studie. Mit den Kernen des Johannisbrotbaums, können sehr kleine Gewichtsunterschiede von lediglich 5% schätzen lassen.

Beim abwiegen der Kerne tat sich eine weitere Frage auf?

Karatwaage wie genau ist sie wirklich?

Mit einem kleinen Test war die Frage schnell zu klären. Ich legte den gleichen Kern an verschiedene Positionen auf der Waage. Und wie du siehst, veränderte sich, bereits bei leichter Positionsänderung auch das Ergebnis.

Johannisbrotkern auf einer Karatwaage

gleicher Kern andere Position

Karat Kern Affenbrotbaum

Mein Fazit, bezüglich meiner handelsüblichen Karatwaage, viel ernüchternd aus.

Ich  behaupte, dass die Waage nicht unbedingt genauer als die Kerne des Johannisbrotbaums sind.  Für den Heimgebrauch mag es reichen, sonst muss schon eine perfekt kalibrierte Waage, aus beispielsweise der Pharmazie, her. Die Anschaffungskosten einer solchen Waage beginnen bei 700€ .

Ich wiederholte den Test mit anderen Kernen, und der Unterschied viel zum Teil sogar noch größer aus.

Edelsteinkauf auf Messen

Ich weiß nicht wie oft du bereits auf Edelsteinmessen warst. Vor allem Rohsteine die sich dazu eignen facettiert zu werden als auch Opale werden gerne in Karat angegeben. Das kann dann schnell mal sehr ins Geld gehen. Zu den Miniwaagen die zu kleinen, aber gerade bei hochpreisigen Edelsteinen, Gewichtsschwankungen führen, kommt noch, dass das Gewicht der Edelsteine bei gleicher Größe stark variieren kann. Ich spreche aus Erfahrung.

Nehmen wir einfach mal zum Beispiel diese Exemplare. Normalerweise wird natürlich weder Fluorit noch Pyrit in Karat berechnet, aber als Anschauungsbeispiel eignen sich die Edelsteine sehr gut.

fluorit pyrit apatit bernstein

von links nach rechts: Fluorit, Pyrit, Apatit, Bernstein

Solange die Edelsteine sehr klein sind, fällt der Gewichtsunterschied noch nicht so auf. Je größer desto mehr zeigt sich natürlich auch der Unterschied. Gerade für facettierte Ware können kleine Abweichungen im Gewicht schnell zu großen Preissprüngen führen.

Bernstein, Melanit, Fluorit Gewichtsvergleich

von links nach rechts: Bernstein, Melanit, Fluorit

Melanit Gewicht Waage Test

Melanit (schwarzer Granat)

Fluorit Karat Waage

Fluorit

Bernstein Test Gewicht

Bernstein

Du siehst, dass Melanit bei gleicher Größe bereits 1gr mehr an Gewicht besitzt als Fluorit.

1gr = 5ct.

Gewicht Melanit 3,7 gr = 18,5 ct

Gerade für Facettierware können kleine Gewichtsabweichungen schnell zu großen Preissprüngen führen.

Am Beispiel Smaragd zeige ich dir den Preisunterschied  zwischen 1 ct und 2ct. Der Preis steigt nämlich nicht konstant von Karat zu Karat, sondern je größer der Edelstein ist.

Smaragd Preisanstieg Karat (ct.) Preis
1.Smaragd 0,95 +
2.Smaragd 0,10 ++
3.Smaragd 0,20 +++++++

Hat dir der Beitrag gefallen und möchtest du mehr über Edelsteine wissen?  Dann könnten dir meine aktuellen Workshops über Edelsteinkunde gefallen, denn das war nur die Spitze des Edelsteinberges.

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Unterschied Mondstein Regenbogenmondstein

Heute geht es um die Unterscheidung von Mondstein und Regenbogenmondstein. Mondstein, als auch Regenbogenmondstein, gehören der Feldspatgruppe an, aber sind trotzdem verschiedene Edelsteine.

Weshalb Regenbogenmondstein kein Mondstein ist

Regenbogenmondstein wird zwar als Mondstein bezeichnet aber im mineralogischen Sinn ist es keiner. Regenbogenmondstein ist in Wahrheit weißer Labradorit. Auch Labradorit weist ein wunderbares Farbenspiel auf, das von blau bis hin zu schillernden Regenbogenfarben in Gelb, Grün, Violett, Purpur, Orange und Rot reicht.

 

Blau-weißes Schillern Mondstein, wie entsteht es?

Durch den abwechselnden Aufbau der Minerale Albit und Orthoklas im Mondstein, kommt es bei der Abkühlung der mineralischen Lösung zu unterschiedlichen Schichten. Dieser Schichtaufbau führt zu dem besonderen bläulichen Farbeffekt im weißen Mondstein. Das weiß-bläuliche Schillern beim Mondstein wird adularisieren genannt, und verweist auf seinen früheren Abbauort in der Schweiz, den Adula-Alpen.

Nicht nur Labradorit und Mondstein gehören der Feldspatgruppe an, auch Amazonit und Sonnenstein, der auch Aventurin-Feldspat genannt wird, sind der Feldspatgruppe zu zuordnen und werden sehr gerne zu Schmucksteinen verarbeitet.

 

Unterscheidungsmerkmale Mondstein, Regenbogenmondstein

Mondstein gibt es nicht nur weiß oder durchsichtig mit blauen Schiller. Er kann in völlig verschiedenen Farben vorkommen. Zum Beispiel lachsfarben rosa, Schokoladenbraun, Grau bis hin zu Grün. Ob durchsichtig oder nicht, jede Farbe hat seinen besonderen Reiz und einen seidigen Schiller.  Bei weißem Mondstein ist der Schiller leicht zu erkennen, da er bei bestimmten Lichteinfall blau leuchtet. Den seidigen Glanz findest du hingegen bei den anderen Farben des Mondsteins.

Oft wird Regenbogenmondstein mit echtem Mondstein verwechselt, vor allem verleitet auch der Name dazu ihn für einen Mondstein zu halten. Im Gegensatz zum echten Mondstein mit blauem Schiller hat der Regenbogenmondstein ein vielfarbiges Schillern. Dadurch kannst du die Feldspatarten leicht unterscheiden.

Weißer Labradorit = Regenbogenmondstein = Farben des Regenbogens

 

Das blaue schillern von Mondstein nennt man adularisieren

echter weißer Mondstein = blauer Schiller

 

Opalith künstlicher Mondsteinersatz

Opalith ist in Wahrheit ein künstliches Glas. Trotzdem wird er sehr gerne im Edelsteinfachhandel als Mondstein verkauft. Das Glas besitzt optisch ein wenig Ähnlichkeit mit Opal, daher auch der Name. Mit Mondstein hat er hingegen sehr wenig zu tun. Opalith besitzt kein Schillern und weist einen milchigen Glanz auf. Gegen direktes Licht gehalten ist er sogar leicht orange. Meistens ist es eine einheitliche Glasmasse, manchmal können darin aber auch Lufteinschlüsse zu sehen sein. Auch die Schmuckstücke des Elbenkönigs Thranduil, in “der Hobbit” wurden teilweise mit Opalith gestaltet und mit dem Mond in Verbindung gebracht.

 

Opalith ist ein synthetisches Glas und wird gerne als Mondsteinersatz verwendet.

Opalith. Hier siehst du das Orange sehr gut

 

 

Mondstein Preis

Insbesondere der echte durchsichtige Mondstein mit starkem blauen adularisieren ist um einiges teurer als ein Opalith oder Regenbogenmondstein. 

Wie verschiedenartig Mondstein sein kann siehst du hier nochmal.

grüner Mondstein

 

Preis bedeutet übrigens nicht alles, denn auch unter den lachsfarbenen und grauen Mondsteinen können sich echte Schönheiten und vor allem absolute Unikate verbergen. Erst wenn der Schmuckstein im Licht bewegt wird, sieht man das besondere Leuchten, das von ihm ausgeht.

 

Mondstein Freiform Cabochon

von mir geschliffener Mondstein

 

Pyrit – Markasitschmuck

Inzwischen bist du davor sicher, Pyrit mit Gold zu verwechseln und du kannst ein Feuer mit Pyrit und Flint entzünden. Heute kommen wir zum Markasitschmuck beziehungsweise Pyritschmuck.

Kennst du diese kleinen geschliffenen Steinchen, die golden funkeln? Es könnte sein, dass es sich um Markasit handelt. Dieser Markasit ist eigentlich Eisenpyrit. Die geschliffenen Markasite sind sehr klein, sie reichen von 0,5 bis maximal 4mm Größe.

Verschiedene Größen Markasit.

Verschiedene Größen Markasit/Pyrit. Erhältlich maximal bis 4mm.

Verwirrend ist, dass Markasit in geschliffener Form in Wahrheit Pyrit ist. In der Schmuckindustrie wird also nicht Markasit, sondern Pyrit verwendet. 

Jahrhunderte lang wurde kein Unterschied gemacht. Pyrit und Markasit, als auch alle Minerale die eine Farbe wie Messing besaßen, wurden als Pyrit bezeichnet. Erst durch genauere Bestimmungsmöglichkeiten wurde die Kategorisierung verfeinert.  Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte man, dass Markasit und Pyrit verschiedene Minerale sind.

Beide Minerale verfügen über die gleiche chemische Zusammensetzung, Eisen und Schwefel, aber eine unterschiedliche Kristallstruktur. Das bedeutet, dass Pyrit, um einiges widerstandsfähiger als echter Markasit ist. Genauso verhält es sich auch mit Diamant und Grafit. Beide besitzen die gleichen chemischen Bausteine, aber unterschiedliche Kristallstrukturen.

Pyrit Schmuck, der Glanz der Sonne

Die Inkas sind nachweislich die Ersten gewesen, die an Pyrit/Markasit in Schmuckform Gefallen fanden. Es wurden große Spiegel damit angefertigt. Ein Handwerker benötigte für einen Spiegel 900 bis 1300 Stunden, also 110-160 Tage. Zarte Pyritflocken wurden auf Sandstein geklebt. Als Kleber diente vermutlich Baumharz. Die Spiegel waren auch bei den Omeken, Azteken und Majas sehr beliebt. Diese Luxusartikel trug die gesellschaftliche Elite. Sie wurden vorne auf der Brust, hinten am Rücken, als Gürtel, oder auf dem Kopf getragen. Es ging bei den Spiegeln nicht nur darum, das eigene Abbild wahrzunehmen, sondern sie stellten ein Portal in eine andere Dimension dar. Die Spiegel aus Pyrit waren fester Bestandteil religiöser Zeremonien und um Kontakt mit den Ahnen aufzunehmen.

Auch die Griechen fanden gefallen an Pyrit. Nicht nur als “Feuerstein”, sondern auch als Schmuckstein.

Winzige Markasite. Pyrit in Miniatur

  • Insbesondere im 18. Jahrhundert waren die klein geschliffenen Markasite in Mode. Ein Luxusgesetz, erlaubte nur mehr dem Adel echte Diamanten zu tragen. Als Alternative wurde Markasit in die Schmuckstücke eingesetzt. Um den Pyrit, wie du jetzt weißt, Markasit besonders zum Funkeln zu bringen, wurde der flache Rosenschliff, angewendet. Als Königin Viktoria um ihren Gatten trauerte, entstand ein wahrer Trauerschmuck Trend. Aus Markasit und Gagat wurde für den Adel Schmuck gefertigt, für die Bevölkerung gab es preisgünstige Alternativen.  Stahl diente als Markasitersatz und Bakelit wurde statt Gagat verwendet.
  • Schmuck mit Markasiten war auch Ende des 19. und 20. Jahrhunderts, zur Zeit des Jugendstils en vogue. Florale Motive, Schmetterlinge und Vögel wurden mit Marakasit besetzt.  Im Gegensatz zu den organischen Formen stand der Art-Deko-Schmuck der Markasit auch sehr gerne als Stilelement verwendete.

 

Wie erkennst du antiken Markasitschmuck?

Ältere Schmuckstücke sind in Silber gefasst und leicht mit seitlich aufgeworfenen Silberstücken fixiert. Moderne Stücke sind meistens nicht so fein und ordentlich gearbeitet und die seitlichen Perlen, die du um den Markasit siehst, halten nicht den Stein, sondern haben lediglich dekorative Funktion. Auch die Punzierung 925 für Silber sagt aus, dass es sich sehr wahrscheinlich um keinen Vintage Schmuck handelt.

Rückseite eines Markasitohrrings. Aus 925-er Silber mit Brisur

925 Silber ist ein Hinweis, dass es sich um neuen Markasitschmuck handelt.

 

Nahaufnahme Markasitohrring, die Körner (Punkte) halten den Markasit nicht. Es ist neuer Markasitschmuck.

Nahaufnahme Markasitschmuck

Pflege Markasitschmuck

Markasit reagiert mit Feuchtigkeit und setzt Schwefelsäure frei. Daher sollte Markasitschmuck getrennt von anderen Schmuckstücken aufbewahrt werden und unter 60 % Luftfeuchtigkeit.  Falls man schleift,  sollte man vermeiden den Staub einzuatmen und die Hände danach waschen. Bei Markasitschmuck solltest du niemals chemische Reinigungsmittel verwenden (Pyrit reagiert auf Säuren). Es reicht, das Schmuckstück mit einem leicht feuchten Tuch zu reinigen und dann mit einem Schmucktuch zu polieren.

Reparatur: 

Mit Schmuckkleber und einer Pinzette lassen sich verloren gegangene Markasite wieder einkleben. Die Markasite, bekommt man entweder, bei einem freundlichen Goldschmied, oder Zubehör für Goldschmiede. Achte darauf, dass der Klebstoff klar trocknend ist.

 

 

Quellen:

https://uwaterloo.ca/earth-sciences-museum/resources/detailed-rocks-and-minerals-articles/pyrite#Chalcopyrite%20CuFeS2%20%20(Tetragonal)

Link zu den pyritspiegel http://westerndigs.org/mesoamerican-fools-gold-mirrors-found-in-arizona-reveal-ties-to-ancient-mexico/

https://www.ebay.com/gds/Your-Guide-to-Vintage-Marcasite-Jewelry-/10000000178706488/g.html

 

 

Was ist ein Cabochon?

Ich mache Köpfe mit Nägeln, und schon sind wir Nahe an der Definition. Was ist ein Cabochon?  Cabochon heißt übersetzt “Nagelkopf“. Und alte Nägel hatten wirklich Ähnlichkeit mit diesen.

Cabochon bedeutet übersetzt Nagelkopf

ein naher Verwandter des Cabochons

Cabochon bezeichnet einen Edelsteinschliff, genauer, die Schliffform. Wie du siehst, ist der Nagelkopf unten flach, und oben leicht gewölbt. Für Edelsteinschmuck ist dieser Schliff sehr gefragt.

Der stilistische Skarabäus der Ägypter, ist sozusagen der Vorfahre des Cabochons, wie wir ihn heute kennen.

Der Schmuckskarabäus der Ägypter war einer der ersten Cabochons.

 

Ein Cabochon kann so gut wie alle Formen annehmen

  • Geometrisch: rund, oval, quadratisch, rechteckig, Tropfenform, abgeschrägte Ecken…
  • Fantasy– Schliff: Herz, Stern, Mond, Blume…
  • Freie Form: ohne Vorlage, dem Edelstein angepasst
Unterseite verschiedener Cabochonformen

Unterseite

 

 

Die Oberseite ist häufig gewölbt, auch hier reicht das Spektrum von leichter Erhöhung bis hin zu einem sehr hohen Cabochon (Bullet-Patrone).  Cabochons können auch oben und unten flach geschliffen sien, wie eine Tafel, und genau so wird der Schliff genannt.

Oberseite von Cabochon

Oberseite

Wo werden die meisten Cabochons geschliffen?

Die meisten Cabochons die du im Handel bekommst, stammen aus Indien, dort existiert seit tausenden Jahren die größte Edelsteinschleifindustrie. Insbesondere im Bundesstaat Gujarat, tummeln sich die meisten professionellen Schleifer.

China holt auf, bis jetzt ist Indien aber immer noch die Nummer 1 im Schleifbusiness. Eine Million Schleifer (Lapidare), garantieren die weltweite Versorgung. Viele Cabochons werden nicht mehr händisch geschliffen. Maschinen erledigen die Arbeit und die Edelsteinchen werden wie am Fließband produziert.

Edelsteine in Cabochons zu schleifen hat nicht nur einen ästhetischen Zweck, sondern einen ganz praktischen Grund. Viele sind nicht so hart wie Rubin oder Topas, erst ab Härtegrad 7, sind Edelsteine wirklich robust.

 

Als Beispiel: Amazonit, Apatit, Bernstein, Rhodochrosit, oder Lapislazuli sind meistens als Cabochon geschliffen, nicht nur weil sie eine geringere Härte aufweisen, sondern auch, da es sich um undurchsichtige, also -opake- Schmucksteine handelt. Den Brilliantschliff erkennst du an vielen Facetten, stell dir einfach einen Diamant vor, dieser hat den Zweck, den Stein zum  “strahlen” zu bringen. Das funktioniert natürlich nur bei durchsichtigen Edelsteinen.

 

Optische natürliche Effekte bei Edelsteinen

Auch opake Steine können fantastische optische Besonderheiten zeigen. Alleine der Cabochonschliff kann sie zur Geltung bringen.

  • Asterismus- Sterneffekt, besonders bei Saphir, Diopsid oder Rubin zu finden

  • Chatoyance- Katzenaugeneffekt, auf der gewölbten Seite, sieht man eine Lichtreflexion- ein vertikaler Strich, der mit der Bewegung wandert. Dafür muss der Stein beim schleifen speziell ausgerichtet werden, sonst bleibt der Effekt verborgen.

  • Labradorisieren – bei Spektrolith und Labradorit. Auch hier zählt die Ausrichtung beim Schleifen. Richtig gemacht, zeigt sich ein schillerndes Farbenspiel.

  • Adularisieren– Mondstein, ein zartes blau schillert dir entgegen
Das blaue schimmern von Mondstein nennt man adularisieren

Weißer oder durchsichtiger Mondstein, adularisiert in einem zarten blau

 

  • und dann gibt es noch eine Besonderheit – Opal! Oft ist es fast ein Verbrechen sie in eine runde, oder ovale Cabochonform zu drängen, deswegen gibt es auch Schleifer die speziell auf die optischen Reize des Edelsteins eingehen.
Opale mit Farbenspiel

Opale eine Augenweide

 

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