Speckstein kenne ich noch aus meiner Kindheit und es macht riesengroßen Spaß das Mineral zu bearbeiten. Wenn man sich im Internet umsieht findet man aber alle möglichen Behauptungen die den Speckstein in Misskredit bringen.  Plötzlich wird aus einem netten Hobby eine tödliche Bedrohung. Online wird über “gefährlichen Speckstein” oder „krebserregenden Talkumpuder“ berichtet.

Zuerst einmal

Was ist Talk, Talkum bzw. Speckstein?

Was vielen vielleicht nicht bewusst ist, Talkum besteht aus Speckstein.

  • Speckstein ist das feste, noch unbearbeitete Mineral, während
  • Talkum der Hauptbestandteil von Speckstein in Pulverform ist

 

Weshalb geriet Talkum in Verruf?

Kurz zur Beruhigung. Mit Speckstein zu arbeiten normalerweise unbedenklich. Wenn du regelmäßig Speckstein zu Anhängern oder Skulpturen formst, empfehle ich dir eine Atemschutzmaske. Das Arbeiten mit Mineralien, und anderen Materialien die feine Stäube produzieren  (Holz, Metall, Knochen, Kunststoff aber auch Mehl) können zu einer Staublunge führen.

Die Staublunge, Pneumokoniose (pneuma = Luft, konis = Staub), ist eine ernstzunehmende Lungenerkrankung die in zahlreichen Berufen auftritt, dafür müssen aber viele Jahre vergehen.

Vorsicht! Anders sieht es aber bei Babys aus!

Talkumpuder das Wundermittel gegen Windeldermatitis

Einmal Windeln wechseln und trocken legen! Zur Zeit der industriellen Revolution war der Einsatz von Talkumpuder lebensrettend. Gerade kleine Entzündungen konnten zu schweren Infektionen führen und das Leben des Babys in Gefahr bringen. Die Kindersterblichkeit war sehr hoch und die hygienischen Standards waren katastrophal.  Die Firma Johnson&Johnson Inc. aus den USA, brachte 1894 den ersten  Baby Puder aus Talkum auf dem Markt und hat indirekt somit auch viele Kinderleben gerettet.

Inzwischen weiß man, dass Talkumpuder zwar den Hintern schnell trocknet, aber auch, dass er für Babys gefährlich werden kann. Wenn der feine mineralische Puder von einem Baby eingeatmet wird, kann das zu Entzündungen in der Lunge führen und das Leben des Babys bedrohen. Daher ist es wichtig, den Puder niemals, wie man es oft in der Werbung gesehen hat, auf das Kind rieseln zu lassen.  Inzwischen hat Johnson&Johnson den Verkauf von Babypuder in den USA und Kanada eingestellt.

Heutzutage gibt es viele Alternativen, moderne  Windeln absorbieren die Flüssigkeit so schnell, dass ein wunder Hintern kaum mehr möglich ist. Ein roter entzündeter Babypopo stellt keine Lebensbedrohung mehr dar und kann schnell mit antiseptischen Salben behandelt werden.

Auf Talkumpuder in der Kinderhygiene ist man somit nicht mehr angewiesen, wer aber einen Ersatz für Talkum sucht, kann zu Mais-oder Kartoffelstärke wechseln. Da es sich um organische Stoffe handelt, sollte man aber nicht aus dem Auge verlieren, dass Stärke ein guter Nährboden für Pilze sein kann. Eine weitere Möglichkeit sind ölhaltige Salben und natürlich öfters die Windeln wechseln.

Genau DAS, wie im Werbespot vorgeführt, solltest du nicht machen, also Don’t do it! auch wenn die Werbung etwas anderes behauptet.

Talkumpuder krebserregende Intimpflege?  

Die Talkumprodukte von der Firma Johnson&Johnson, die wir bereits als Erfinder des Babypuders kennen, muss sich inzwischen mit zahlreichen Prozessen in den USA herumschlagen. So wurde der Verdacht geäußert, dass die Anwendung von Talkumpuder im Intimbereich zu einer Erhöhung von Eierstockkrebs führt.

Bis heute ist das nicht bewiesen und auch die Gerichte sind sich über den Sachverhalt nicht einig. Während ein Sammelprozess  von 12 000 Frauen in einem Bundesstaat gewonnen wurde, verloren  Frauen  in einem anderen Bundestaat gegen die Firma.

Bis heute gibt es eine einzige Studie, aus den 80-er Jahren, die darauf hinweist, dass die seltene Krebsart durch Talkumpuder erhöht sein kann. Das Problem, zahlreiche Faktoren, wie  Hormone, Umwelteinflüsse, Genetik, andere enthaltene Stoffe, oder wie regelmäßig das Produkt aufgetragen, oder sogar inhaliert wurde, können nicht geprüft werden. Wie bei den meisten Substanzen die wir auf längere Zeit ausgesetzt werden, nehmen wir als Beispiel Plastik, ist es sehr schwer aussagekräftige Studien durchzuführen und eventuelle gesundheitliche Folgen einem Material zuzuschreiben.

Weltweit wird Talkumpuder fleißig eingesetzt, vor allem in Indien wird es gerne als Antitranspirant verwendet. Es gibt aber noch zahlreiche andere Einsätze für Talkumpuder, die du sehr wahrscheinlich nicht erwartet hast. Im nächsten Beitrag erfährst du auch mehr darüber wie Speckstein in Ungnade fiel. Bis dahin viel Spaß beim stöbern auf meinem Blog und wenn du Lust und Laune hast, kannst du gerne meinen Newsletter abonnieren.

Etwas Werbung zum Schmunzeln. Bis zum nächsten Mal;)

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