Allein wenn ich das Wort Diamant ausspreche, vergrößern sich die Pupillen meines Gegenübers und ein ehrfurchtsvolles Zittern umspielt die Gesichtszüge.

Dann sage ich:

Fahrzeug: 20% Wertverfall direkt nach dem Kauf

Diamant:  60% Wertverfall direkt nach dem Kauf

Ups! Zuerst zeichnet sich im Gesicht der Unglaube ab, und schon kommt es zurück: Du verarscht mich doch!

Nö, schön wäre’s:) Ich erzähle hier keine Märchen, es ist wirklich so.

Wir werden verarscht im großen Stil! Nicht das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, und sicherlich nicht das letzte Mal, aber Wissen, kann vor mancher Torheit schützen.

Frauen werden wiedermal doppelt reingelegt. So war doch gerade Schmuck etwas was sie finanziell absichern sollte. Zum Glück können wir inzwischen erben, wenn es überhaupt was zum Erben gibt. Wir dürfen Arbeiten gehen, juhuuu, wenn nur noch der Lohn stimmen würde. Und ja wir dürfen sogar Land besitzen und ein eigenes Bankkonto. DAS NENNT MAN FORTSCHRITT. Viele tausende Jahre, waren Frauen nicht mehr als eine Ware, mit der, der Besitzer ob Vater, Bruder oder Ehemann machen konnte was er wollte. Für diese fantastische Behandlung, durften Frauen auch noch ihre Mitgift mit in die Ehe bringen, als Geschenk für ihren Bräutigam und seine Familie. Denn der Ballast den sie darstellte, musste entgolten werden. Oft blieb ihr nur eines, Schmuck!

Wie gesagt, die Zeiten haben sich, immerhin in zahlreichen Ländern, geändert. Was aber echt fies ist: Wir glauben weiterhin daran, dass Diamanten wertvoll und rar sind. Und es ist wirklich- nur ein Glaube! – ein System das auf Vertrauen und Glauben basiert. Wird es in den tiefsten Grundpfeilern erschüttert, wird auch unser Finanzsystem gerüttelt und geschüttelt. Das wollen wir ja nicht, oder doch? Ein Umdenken wäre ab und an nicht schlecht? Wie siehst du das?

Da ich mir keine riesige Aufklärungskampagne leisten kann, gehörst du zu den Auserwählten, die erfahren, weshalb du nicht in Diamanten investieren solltest. Du kannst sie kaufen weil sie dir gefallen, du kannst sie kaufen um dein Gegenüber zu beeindrucken, aber als Wertanlage taugen sie nun mal nichts.

Nur in einem Fall, wenn du wirklich Geld wie Heu hast und dir einen ultra- teuren Edelstein leisten kannst, das muss aber dann auch kein Diamant sein. Ultrateuer, besonders groß, rein, prachtvoll was auch immer, sagen wir in der Dimension eines Cullinan-, oder Hope Diamanten dürfte reichen.

Ich vermute mal, du gehörst nicht zu den Privilegierten- ich auch nicht! Verdammt!

Der Verlobungsring mit Diamant bringt es leider überhaupt nicht. Er gehört zur Standardware und der Markt ist sowas von gesättigt. Es sind ja alle Diamanten die je verkauft wurden weiterhin im Umlauf!  Das gemmologische Institut in den USA (GIA) schätzt, dass seit 1870 insgesamt 4,5 Milliarden Karat Diamant abgebaut wurden. Das sind genügend Diamanten, um uns alle, 7 Milliarden Erdbewohnern, mit einem halbkarätigen Standarddiamantring einzudecken.  Eine Milliarde würde sogar noch übrig bleiben.

 

Diamanten werden nicht weniger, sondern immer mehr und mehr! Außer das Diamantkartell würde auf die Idee kommen, alle Secondhanddiamantringe aufzukaufen, und sie in einer phänomenalen Aktion zu vernichten, dann könnte das Spiel von vorne los gehen. Die Zeiten sind verrückt, wer weiß!

Fangen wir von vorne an:

Sind Diamanten selten?

Antwort- Nein, sind sie nicht.

Es gibt Billiarden Tonnen Diamanten!!! Ich kann mir diese Zahl gar nicht vorstellen, aber es sind BILL-IARDEN.  Sie können zwar nicht geborgen werden, aber das ist sowieso unnötig, denn es gibt mehr als genug für alle an der Erdoberfläche.

 

Weshalb sind Diamanten dann so teuer?

  1. Perfektes Marketing
  2. Kontrollierte Warenfreigabe

Lange Zeit hatte De Beers das absolute Monopol auf den Diamanthandel. Die Geschichte ist sehr spannend und ich gehe gerne ein andermal genauer darauf ein.

De Beers bestimmte wie viele Diamanten auf den Markt durften, und kontrollierten so die Preise. Zu viele Diamanten auf einmal gefährden den Wert der Klunker, das musste De Beers mehrmals am eigenen Leib spüren. Darum ließen sie sich neben der Kontrolle des Diamantmarktes noch etwas viel Geschickteres einfallen.

Modernes  Marketing!

Sie sind die Erfinder der psychologischen Produktvermarktung. Schließlich kaufen wir ja nicht das Produkt, wie immer wieder runter gebetet wird, sondern die Emotionen und Wünsche, mit der wir das Produkt verbinden. Auch darüber wirst du ein andermal mehr erfahren;) denn, diamonds are the girls best friends, wie wir alle wissen.

Diamanten sind also:

  • nicht selten und
  • werden nicht weniger

wir glauben aber:

  • sie sind selten (Marketingalarm!!!!)
  • dass, wir sie brauchen (zur Verlobung, oder für uns selbst— Marketingalarm!!!)

Naja 60% Wertverlust, ein bisschen was bleibt ja noch übrig?

Tja wer nimmt den Ring in Pfand? Das ist das nächste Problem. Der Juwelier von dem du ihn hast, will ihn nicht mehr, und auch DeBeers möchte nicht, dass du ihn in Pfand gibst!

In Krisenzeiten decken sich die Leute gerne mit Schmuck ein, Diamanten waren auch vor dem 2.Weltkrieg begehrt. Schmuck ist in Notsituationen praktisch, er lässt sich einfach am Körper transportieren, auch Geldscheine, aber da war das Vertrauen im Argen.

Im fremden Land angekommen, benötigt man als erstes eines, um sich eine neue Existenz aufzubauen: Cash!!! Lange Menschenschlangen standen vor den Pfandgeschäften. Der Markt war schnell mit den Diamantklunkern übersättigt, die Preise fielen. Die Hoffnung die teuer erkauften Schmuckstücke in Bares umzutauschen verpuffte, wie ein Diamant der sich bei 1400 Grad in Luft auflöst.

So, jetzt bist du für die Zukunft diamantensicher!

 

 

 

Quellen:

Finlay, Victoria. Jewels: A Secret History

Raden, Aja. Stoned: Jewelry, Obsession, and How Desire Shapes the World

 

 

 

 

 

 

 

 

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